© Stephanie Hofschläger - pixelio.de

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Psychosoziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Sie ist eng verknüpft mit Lebenszufriedenheit, Leistungsfähigkeit und der erfolgreichen Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen des Alltags. Dauerhafte Belastungen, wie z.B. Misserfolge, Konflikte oder Beziehungsprobleme, können das psychosoziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen und das Risiko für psychische Erkrankungen erhöhen.
Psychische Auffälligkeiten und Krankheiten werden von individuellen Aspekten und verschieden externen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen beispielsweise eine optimistische Grundhaltung, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und gute, verlässliche Beziehungen.
Zwei aktuelle österreichische Studien, die HBSC-Studie und die MHAT-Studie, liefern Informationen über die psychosoziale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Einschlafschwierigkeiten, schlechte Laune, Gereiztheit oder Nervosität belasten fast ein Drittel der befragten Schülerinnen und Schüler. Zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Kindern und Jugendlichen zählen Angststörungen, Entwicklungsstörungen, depressive Störungen, Aufmerksamkeits- und Essstörungen. Die österreichischen Ergebnisse sind vergleichbar mit jenen der KiGGS-Studie (www.kiggs-studie.de) aus Deutschland.
Die Förderung psychosozialer Gesundheit ist ein wichtiges Anliegen, in der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie verankert, und eines der 10 Gesundheitsziele Österreichs.

Berichte & Studien

Psychosoziale Gesundheitsförderung in der Schule

Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Das Regenbogenmodell von Dahlgren & Whitehead (1991) stellt anschaulich dar, dass die individuelle Gesundheit nicht nur von persönlichen Ressourcen und Verhaltensweisen beeinflusst wird, sondern auch soziale, wirtschaftliche, kulturelle und natürliche Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Die Lebensbedingungen in der Schule können die psychosoziale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern maßgeblich beeinflussen. Fühlen sich Kinder und Jugendliche in der Schule gerecht behandelt, unterstützt und akzeptiert, wirkt sich das positiv auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden aus. Fehlende Wertschätzung, Schikanen und häufige Konflikte gelten hingegen als Risikofaktoren. Ob aus gegebenen Anlass oder präventiv – die Förderung psychosozialer Gesundheit in der Schule ist ein wichtiger Aspekt schulischer Gesundheitsförderung. Eine gründliche Ist-Analyse gleich zu Beginn gibt Orientierung und liefert Hinweise auf wichtige Handlungsfelder.

Tipps und weiterführende Informationen

Ansatzpunkte und Tipps für den Schulalltag

Die Förderung psychosozialer Gesundheit ist ein vielschichtiges Thema. Schulen haben mehrere Möglichkeiten, wo sie ansetzen oder weiterarbeiten können. Zu den wichtigsten Handlungsbereichen zählen:

  • Die Förderung guter Beziehungen und eines guten Klassenklimas.
  • Die Förderung sozialer Integration von (neuen) Schülerinnen und Schülern in der Klasse.
  • Einen konstruktiven Umgang mit Konflikt fördern und Gewalt verhindern.
  • Die Lebenskompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern und ihren Selbstwertstärken.
  • Soziales Lernen unterstützen und fördern.

Konkrete Beispiele finden Sie in unseren aktuellen Materialien Gute Beziehungen in der Schule.

Informationen & Materialien

  • ÖSTERREICH:
  • feel-ok.at – Internetbasiertes Interventionsprogramm für Jugendlichen zu verschiedenen Gesundheitsthemen, wie z.B. Körper und Psyche, Konflikt & Krise
  • Lions-Quest – Lebenskompetenzprogramm für junge Menschen
  • Starke 10  – Spiele und Anregungen zur Stärkung sozialer Kompetenzen (1.-4. Schulstufe)
  • DEUTSCHLAND, SCHWEIZ:
  • Harmo-Nie? (PDF) – Eine Unterrichts- und Interventionshilfe zur Beziehungsgestaltung im schulischen Alltag, Fachhochschule Nortwestschweiz
  • Soziales Lernen in der Schule – Arbeitshilfe für Lehrkräfte (PDF), Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe Potsdam (Deutschland)
  • Sozialkompetenz-Training – Methodenbox, Schulpsychologischer Dienst Kreis Viersen (Deutschland)
  • Themenschwerpunkt „Erwachsen werden“ auf dem Portal des Landesprogramms Bildung und Gesundheit NRW
  • Wie geht´s dir? – Schweizer Kampagne mit Tipps für ein Gespräch über psychische Belastungen

Mehr zum Thema Lebenskompetenzförderung unter: www.give.or.at/angebote/themen/lebenskompetenzen/

Fokus Kommunikation, Konfliktbewältigung und Gewaltprävention

Im Schulalltag lassen sich Konflikte oft nicht verhindern. Zu den häufigsten Vorkommnissen zählen Meinungsverschiedenheiten, Beschimpfungen, Beleidigungen oder das Wegnehmen von Gegenständen. Konflikte beeinträchtigen den schulischen Alltag und erfolgreiches Lehren und Lehrern. Es lohnt sich daher als Schule in kommunikationsfördernde und gewaltpräventive Maßnahmen zu investieren. Sie wirken dann am besten, wenn sie in den schulischen Alltag integriert werden. Zur Erhebung des Gewaltvorkommens an Schulen steht ein Selbstevaluationsinstrument zur Verfügung: AVEO – Austrian Violence Evaluation Online Tool. GIVE hat zur Durchführung von gesundheitsförderlichen Projekten den Leitfaden „Unterwegs als gesunde Schule“  erstellt.

Informationen & Materialien

Fokus (Cyber-)Mobbing

Der Ausdruck „Mobbing“ wird heute in so vielfältigen Zusammenhängen verwendet, dass eine Begriffsklärung hilfreich scheint. Mobbing sind negative Handlungen, die vorsätzlich von einer oder mehreren Personen ausgeübt werden und sich gegen eine Person richten. Die Handlungen kommen dabei über einen längeren Zeitraum vor. Zwischen Opfer und Täter(n) herrscht ein Ungleichgewicht der Kräfte. Die Betroffenen fühlen sich hilflos (vgl. www.mobbing-in-schulen.de/pages/mobbing.php). Eine spezielle Form ist Cybermobbing. Darunter versteht man systematisches Belästigen, Kränken und Bloßstellen im virtuellen Raum. (vgl. www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/). Besondere Merkmale des Cyber-Mobbing sind die Anonymität, das unsichtbare Publikum, die mögliche Beteiligung von fremden Personen und fehlende Rückzugsmöglichkeiten. Cybermobbing hat verschiedene Erscheinungsformen- etwa beleidigende Kommentare und wiederholtes Zusenden von verletzenden Nachrichten, Verbreitung von Gerüchten und Unwahrheiten, Bloßstellung durch Verbreitung von peinlichen oder persönlichen Inhalten wie z.B. Fotos, Videos, und gezieltes Ausgrenzen einer Person aus Online-Communities. Für Betroffene ist Cyber-Mobbing deswegen so problematisch, weil sie sich nicht so leicht entziehen können. Die Inhalte bleiben im Internet verfügbar und können weiterverwendet werden.

Informationen & Materialien

Fokus Psychische Belastungen, Erkrankungen und Suizidprävention

Obwohl psychische Belastungen und Erkrankungen in unserer Gesellschaft weit verbreitet sind, werden sie oft tabuisiert. Vorbehalte, Missverständnisse und Falschinformationen über Erkrankung erschweren den Umgang im (Schul-)Alltag. Schulen, die auf einen offenen und professionellen Umgang mit der Thematik bedacht sind, können für Betroffene eine große Hilfe sein. Ein paar grundlegenden Tipps für Lehrerinnen und Lehrer zum Umgang mit psychisch belasteten Schülerinnen und Schülern wurden hier veröffentlicht. Eine Liste mit Organisationen und externe Expertinnen und Experten und Beratersysteme an Schulen kann im Anlassfall hilfreich sein.

Informationen & Materialien

Mehr dazu finden Sie hier: http://www.give.or.at/angebote/themen/lebenskompetenzen/#suizidpraevention

Organisationen

Mehr Organisationen finden Sie unter: http://www.give.or.at/organisation/

Fortbildungsangebote

GIVE-Materialien

Gute Beziehungen in der Schule

Lehrer/innen-Gesundheit

Prävention von Essstörungen

Lebenskompetenzen fördern. Suchtvorbeugung in der Schule (1.-4. Schulstufe)

Lebenskompetenzen fördern. Suchtvorbeugung in der Schule (5.-13. Schulstufe)