LehrerInnengesundheit

Lächelnde Lehrerin in leerem Klassenzimmer

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Lehrer, Lehrerin zu sein ist ein anspruchsvoller Beruf. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen stellt an die Lehrkräfte hohe Anforderungen. Sie müssen nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, sowie den Eltern, Erziehungsberechtigten und Kolleginnen, Kollegen Beziehungskompetenz und Konfliktfähigkeit beweisen. Hinzu kommen Veränderungen im Schulsystem und Vorgaben seitens der Schulbehörde, die entsprechend umgesetzt und bewältigt werden müssen.Der Gesundheitsförderung von Lehrerinnen und Lehrern kommt daher eine große Bedeutung zu. Nur gesunde Lehrerinnen und Lehrer, können sich den Herausforderungen des Unterrichtsalltags stellen und den Anforderungen gerecht werden.

Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer

Ziel schulischer Gesundheitsförderung ist es, die Schule als Lern- und Arbeitsort so zu gestalten, dass gleichzeitig die Gesundheit aller Beteiligten gefördert und das Erreichen des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schule unterstützt wird. Erfolgreiche Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer besteht daher aus einem Mix von personen- und organisationsbezogenen Maßnahmen. Es geht darum, den einzelnen Lehrer und die einzelne Lehrerin zu unterstützen, die individuellen Risikofaktoren zu reduzieren und die Ressourcen zu stärken. Gleichzeitig muss der Arbeitsplatz Schule so organisiert sein, dass Belastungen reduziert oder vermieden werden.

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Individuelle Ressourcen stärken

Erfolgreiche Gesundheitsförderung auf individueller Ebene reduziert personale Risikofaktoren und stärkt die persönlichen und sozialen Ressourcen (Schutzfaktoren). Zu den personalen Schutzfaktoren zählen beispielsweise Persönlichkeitsmerkmale, spezifische Bewältigungsstrategien, körperliche Faktoren, z.B. ein intaktes Immunsystem, und eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung. Zu den wichtigsten Ansatzpunkten zählen:

1. Gesunden Lebensstil fördern,

Zu einem gesunden Lebensstil gehören eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und geeignete Maßnahmen zur Stressvermeidung und -bewältigung.

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2. Gesundheitsförderliche Unterrichtsgestaltung,

Eine Unterrichtsgestaltung, die der Gesundheit von Lernenden und Lehrenden zuträglich ist, enthält Elemente wie Rhythmisierung des Unterrichts mit Bewegungs- und Entspannungspausen, ein vielfältiger Mix an Unterrichtsmethoden, individuelle Lernzugänge, Aufbau von sozialen Unterstützungssystemen.

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3. Zeitplanung,

Neben dem Unterrichten haben LehrerInnen auch andere Aufgaben zu erfüllen, etwa Verwaltungs- und Organisationsarbeiten, Gesprächstermine und zusätzliche Aufgaben oder Ämter. Umso wichtiger ist es, eine gute Balance zwischen Zeitaufwand und Nutzen zu finden, Arbeit und Privatleben zu trennen und die Kräfte dosiert und zielgerichtet einzusetzen. Eine gute Zeitplanung hilft dabei z.B. durch das Setzen von Prioritäten, durch Einplanen von Pufferzeiten bei der Teminplanung, durch Checklisten für wiederkehrende Aufgaben usw.

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4. Stress bewältigen,

Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Mit konstruktiven Strategien zur Stressbewältigung lassen sich aber auch arbeitsreiche und hektische Phasen im Schuljahr gut überstehen, z.B. durch das Einplanen von Erholungszeiten, die Anwendung von Entspannungsübungen oder ein solides Zeitmanagement.

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5. Gesprächsführung und Konfliktbewältigung,

z.B. Üben schwieriger Gesprächssituationen, respektvollen Umgang miteinander.

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6. Sich Unterstützung holen,

Der Beruf der Lehrerin, des Lehrer ist anspruchsvoll! Nutzen Sie die Unterstützungsangebote, die im Bildungssystem zur Verfügung stehen (z.B. Supervision), und schaffen Sie am eigenen Schulstandort Formen von kollegialer Unterstützung, z.B. Fallbesprechungen, Mentoring für Berufsanfänger/innen.

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7. Feedback einholen,

Feedback ermöglicht es, das eigene Verständnis einer Situation zu vertiefen und zu erweitern. Es bietet damit die Möglichkeit zum Lernen und zur Weiterentwicklung. Feedback kann von Kollegen, Kolleginnen oder von den SchülerInnen kommen. Führen Sie regelmäßige Feedbackmöglichkeiten ein und erarbeiten Sie gemeinsam hilfreiche Feedbackregeln.

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Arbeitsprozesse und Rahmenbedingungen optimieren

Gesundheitsförderliche Schul- und Qualitätsentwicklung spielen eine große Rolle, wenn es darum geht Belastungen zu reduzieren und Lern- und Arbeitsbedingungen zu optimieren. Ansätze und Maßnahmen, die der Qualitätsförderung dienen, dienen auch der Gesundheitsförderung, da sie sich in vielen Bereichen überschneiden. Die wichtigsten Ansatzpunkten zur Förderung der LehrerInnengesundheit auf Schulebene sind:

1. Gesundes Führen

Schulleiterinnen und Schulleiter haben eine Schlüsselposition in der Schule inne. Sie sind verantwortlich für Leitung und Management, sie sind Vorgesetzte für die Lehrkräfte. Gemeinsam mit dem Kollegium gestalten sie Schul- und Unterrichtsentwicklung und setzen Maßstäbe für eine gesundheitsfördernde Schulkultur.

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2. Verbesserung der Beziehungskultur

Eine gute Beziehungskultur in der Schule zeichnet sich durch einen respektvollen Umgang aller Beteiligten miteinander aus, durch soziale Unterstützung, Zusammenarbeit und gegenseitiges Helfen.

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3. Stärkung der kollegialen Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung

Kooperation und Teamarbeit in verschiedenen Abstufungen – von gemeinsamer Nutzung von Unterrichtsmaterial über Unterrichtshospitation bis zum Teamteaching – reduziert Isolation und Einzelkämpfertum, verbessert den Unterricht aller LehrerInnen und stärkt den sozialen Zusammenhalt im Kollegium.

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4. Schulraumgestaltung und Verbesserung der Lehrerarbeitsplätze

Der Einfluss von Räumen auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit wird meist unterschätzt. Der Gestaltung und Einrichtung von Klassenräumen und Lehrerzimmer sollte daher Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vor allem das Lehrerzimmer sollte seinen Funktionen als Sozialraum, als Pausen- und Rückzugsraum sowie als Arbeitsplatz für Lehrkräfte gerecht werden.

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5. Optimierung der Elternarbeit

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Erziehungsberechtigten und Schulen wirkt sich in einer positiven Einstellung zur und einer angenehmen Athmosphäre in der Schule aus. Halten Sie den Kontakt und informieren Sie Eltern und Erziehungsberechtigte regelmäßig und systematisch.

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6. Positiver Umgang mit Heterogenität fördern

Die wachsende Heterogenität in den Klassenzimmern fordert LehrerInnen heraus. Schulen bzw. Lehrkräfte müssen Möglichkeiten finden, auf die Untschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler einzugehen, z.B. durch individuelle Differenzierung von Unterricht und Lernzielen.

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