GIVE-News – April 2025
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
wir hoffen, Sie sind gut ins Sommersemester gestartet und konnten bereits die ersten frühlingshaften Momente genießen.
Mit dem zweiten Teil unserer Newsletter-Reihe zum Thema „Gute Beziehungen in der Schule“ rücken wir die Bedeutung guter Beziehungen im Schulalltag weiter in den Mittelpunkt. Denn Beziehungen prägen nicht nur das soziale Klima, sondern sind auch ein zentraler Faktor für psychosoziale Gesundheit, Lernfreude und Schulzufriedenheit – bei Schüler:innen ebenso wie bei Lehrpersonen.
Themen in diesem Newsletter sind:
- Gute Beziehungen in der Schule Teil 2
- Herz der Schule Jahresgruppen 2025/26
- Modulreihe für schulische Gesundheitsförderung
- Aktualisierte GIVE-Factsheets
- Veranstaltungstipps
- Literaturtipp
Viel Freude beim Lesen,
Ihr GIVE-Team
Gute Beziehungen in der Schule
Teil 2: Starke Beziehungen – Starke Schule
Gute Beziehungen in der Schule entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis einer bewussten, respektvollen und auf Wertschätzung basierenden Beziehungsgestaltung. Sie haben weitreichende Auswirkungen auf die psychosoziale Gesundheit aller Beteiligten, das Klassen- und Schulklima sowie auf Motivation und Lernerfolg.
Warum gute Beziehungen so wichtig sind
Beziehungen, die auf Wertschätzung, Respekt, Anerkennung und Hilfsbereitschaft basieren, sind die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander. Verlässlichkeit, Offenheit und gegenseitige Achtung schaffen Sicherheit für Schüler:innen und Lehrkräfte. Verhaltensweisen wie Spott, Ironie oder Bloßstellung hingegen stören den Beziehungsaufbau und belasten das Klima.
Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Erwachsene, die:
- sich für ihre Gefühle und Interessen interessieren,
- sie ermutigen, Verantwortung zu übernehmen,
- ihnen Orientierung geben und Grenzen setzen.
Ein konsequentes, klares und zugleich wertschätzendes Verhalten stärkt das Selbstvertrauen und vermittelt emotionale Sicherheit. Erwachsene sind wichtige Vorbilder – im Umgang mit Gefühlen, in Konflikten und im sozialen Miteinander.
Peer-Beziehungen sind entscheidend für die soziale und moralische Entwicklung. Sie ermöglichen:
- das Erlernen von Solidarität und Vertrauen,
- den Aufbau von Identität und Zugehörigkeit,
- emotionale Unterstützung in schwierigen Phasen.
Besonders in der Pubertät sind Freund:innen wichtige Bezugspersonen. Lehrkräfte können durch gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Klassengemeinschaft helfen, auch schüchternen oder ausgegrenzten Kindern Anschluss zu ermöglichen.
Beziehungen in der Schule
In der Schule stehen viele Menschen mit einander in Beziehung:
- Schüler:innen und Lehrpersonen,
- Schüler:innen innerhalb der Klassengemeinschaft,
- Lehrer:innen im Kollegium,
- Lehrer:innen mit Schulleiter:in
- Lehrkräfte und Eltern,
- nichtunterrichtendes Personal.
- Diese Beziehungen sind häufig nicht freiwillig gewählt, was das Miteinander mitunter herausfordernd macht und zugleich umso bedeutsamer für das Wohlbefinden und den Schulerfolg.
Gute Beziehungen sind kein „Nice-to-have“ sondern sind eine zentrale Ressource gesunder Schulen. Sie stärken das Selbstvertrauen, fördern das Lernen, reduzieren Konflikte und wirken sich positiv auf das gesamte Schulklima aus.
In der nächsten Ausgabe widmen wir uns der Frage, wie Schulen aktiv an der Beziehungsgestaltung arbeiten können: Mit strukturierten Planungen und konkreten Ansatzpunkten für den Schulalltag.
Möchten Sie mehr zum Thema „Gute Beziehungen“ lesen und praktische Übungen für den Unterricht erhalten?

Die Broschüre „Gute Beziehungen“ bietet wertvolle Hintergrundinformationen sowie hilfreiche Tipps und praktische Übungen, um eine Umgebung zu schaffen, in der Lernen und Lehren Spaß macht.
Weitere GIVE-Materialien:
Schulen gesund leiten
Factsheet Zusammenarbeit mit Eltern
Herz der Schule
Jahresgruppen 2025/26
Bildung steht weltweit vor einem Wandel. Damit Schule den Anforderungen der Zukunft gerecht wird, braucht es nicht nur politische Impulse – sondern vor allem engagierte, reflektierte Lehrpersonen. Ihre Haltung, Ideen und Kompetenzen sind der Schlüssel für echte Veränderung. Die Herz der Schule Jahresgruppen bieten Raum für alle, die ihre pädagogische Praxis achtsam und mitfühlend weiterentwickeln möchten und darin auch persönliches Wachstum sehen. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Lehrkräfte. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen, damit Sie sich einen Platz sichern können.
- Es gibt fünf Jahresgruppen: eine in Wien, zwei in Linz und zwei online.
- Sie sind im Programm der PH Oberösterreich bzw. PH Burgenland enthalten. Das sollte die offizielle Anerkennung als Lehrerfortbildung in Ihrem individuellen Portfolio erleichtern.
- Alle Jahresgruppen sind kostenlos, erfordern aber das Commitment, für ein ganzes Schuljahr dabeizubleiben.
Modulreihe für schulische Gesundheitsförderung
Die Qualität der Beziehungen, das Schulklima und die Schulführung haben nachweislich Einfluss auf das Wohlbefinden aller an der Schule Beteiligten. Besonders wirksam ist schulische Gesundheitsförderung, wenn sie in das Qualitätsmanagement der Schule integriert wird.
Um diesbezügliche Strategien, Maßnahmen und Kompetenzen zu beleuchten und für die konkrete Umsetzung am Schulstandort nutzbar zu machen, wurde von der PPH Burgenland in Kooperation mit der Gesundheit Österreich GmbH und in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Bildung die Modulreihe für schulische Gesundheitsförderung „Lehren und Lernen gesundheitsför-dernd gestalten“ konzipiert.
Was erwartet Sie?
Die Modulreihe basiert auf dem Setting-Ansatz der Gesundheitsförderung – Schule wird als soziales Umfeld verstanden –, das:
- gesunde Haltungen stärkt
- Selbstwirksamkeit fördert
- und Resilienz aufbaut
Eckdaten zur Fortbildungsreihe:
Termin: Oktober 2025 – Mai 2026
Ort: Seminarhotel Steinberger, Altlengbach
Zielgruppen:
- Schulleiter:innen
- Schulqualitätsmanager:innen & -koordinator:innen
- Schulentwicklungsberater:innen
- Hochschullehrende im Bereich Schulqualitätsmanagement
Erfahren Sie, wie gezielte, von Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen entwickelte und umgesetzte Maßnahmen die psychosoziale Gesundheit, das Lernen, Lehren und auch das Schulklima positiv beeinflussen!
Aktualisierte GIVE-Factsheets

LIFE SKILLS. Lebens- uns Gesundheitskompetenzen
Selbstbewusst auftreten, mit Stress umgehen, Probleme lösen, empathisch kommunizieren. All das sind Life Skills, also grundlegende Lebenskompetenzen, die Kinder und Jugendliche für ein gesundes und gelingendes Leben brauchen. Die Broschüre „Life Skills“ zeigt, warum diese Fähigkeiten zentral für die schulische Gesundheitsförderung sind und wie sie gezielt im Schulalltag gestärkt werden können. Sie bietet eine praxisnahe Einführung ins Thema, konkrete Anknüpfungspunkte für die Unterrichtsgestaltung und Impulse für eine ganzheitliche Schulentwicklung.
Jetzt reinlesen: Zur Broschüre

Fit & Powerful durch den Vormittag. Die optimale Schuljause.
Eine gesunde Jause ist mehr als ein Snack. Sie liefert Energie, fördert Konzentration und macht Schüler:innen fit für den Schulalltag. Unser neu überarbeitetes Factsheet bietet kompakte Informationen rund um die optimale Pausenverpflegung, praktische Tipps für Eltern und Lehrkräfte sowie kreative Jausenideen zum Ausprobieren.
Jetzt reinlesen: Zur Broschüre
Veranstaltungstipps
In unserem Veranstaltungskalender finden Sie eine Vielzahl an Workshops, Fortbildungen und Fachtagungen, die wertvolle Impulse für die (schulische) Gesundheitsförderung bieten. Der Kalender wird regelmäßig aktualisiert – ein Blick lohnt sich!
Literaturtipp
Besser unterrichten durch Beziehung
Achtsam unterrichten – Lernbereitschaft fördern – mit auffälligem Verhalten umgehen
Autoren: Detlev Vogel, Matthias Rüst
„Der Lehrberuf ist ein Beziehungsberuf“ – Dieses Buch zeigt, wie Lehrkräfte durch Achtsamkeit tragfähige Beziehungen zu ihren Schüler:innen aufbauen können – auch in herausfordernden Situationen. Ein praxisnahes, anschaulich visualisiertes Beziehungsmodell bietet konkrete Anregungen für mehr Lernbereitschaft und sozio-emotionale Entwicklung. 14 alltagstaugliche Achtsamkeitsübungen (inkl. Audio-Downloads) helfen dabei, innere Haltung und äußeres Handeln in Einklang zu bringen – für mehr Verbindung, Wirksamkeit und Zufriedenheit im Schulalltag
Vogel, D., & Rüst, M. (2024). Besser unterrichten durch Beziehung: Achtsam unterrichten – Lernbereitschaft fördern – mit auffälligem Verhalten umgehen. Beltz.
