GIVE-News – Juni 2025
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zur vierten und letzten Ausgabe unseres Newsletters in diesem Schuljahr!
Die Sommerferien bieten eine wertvolle Gelegenheit, neue Kraft zu schöpfen, sich zu erholen und bewusst für sich selbst zu sorgen. Daher stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe praktische und gut umsetzbare Anregungen vor, mit denen Sie Ihre körperliche, psychische und soziale Gesundheit in der unterrichtsfreien Zeit stärken können.
Wir wünschen Ihnen eine erholsame Sommerzeit und hoffen, dass unsere Impulse Sie dabei unterstützen, gut für sich selbst zu sorgen und gestärkt ins neue Schuljahr zu starten.
Themen in diesem Newsletter sind:
- Gesund durch die Sommerferien
- Freiraum Schule
- ZGMP Videoreihe
- Essstörungen & Social Media
- Veranstaltungstipp
- Literaturtipp
Viel Freude beim Lesen,
Ihr GIVE-Team
Gesund durch die Sommerferien
Ein umfassendes Verständnis von Gesundheit schließt körperliche, psychische und soziale Aspekte mit ein. Gerade die Sommerferien bieten Lehrkräften die Möglichkeit, auf allen Ebenen aktiv für ihr eigenes Wohlbefinden zu sorgen und einen Ausgleich zum intensiven Schulalltag zu schaffen. Erholung entsteht jedoch nicht von selbst. Sie braucht bewusste Entscheidungen und eine gewisse Struktur. Gesundheitsförderung in den Ferien bedeutet daher weit mehr als einfach Ausruhen. Es geht um gezielte, kleine Impulse, die langfristig zu mehr Balance, Energie und innerer Stabilität beitragen. Die folgenden Anregungen laden Sie dazu ein, Ihre freie Zeit achtsam und stärkend zu gestalten:
1. Physische Gesundheit
Körperliche Aktivität ist einer der wirksamsten Schutzfaktoren gegen Stress und Erschöpfung. Wichtig ist, dass sie Freude macht und nicht als Pflicht empfunden wird.
Tipps:
- Starten Sie den Tag mit einem 10-minütigen Spaziergang oder einer kurzen Dehnroutine.
- Probieren Sie etwas Neues aus: Stand-up-Paddling, leichtes Yoga im Park oder Radfahren auf unbekannten Wegen.
- Bauen Sie „Alltagsbewegung“ ein: Treppen statt Aufzug, Barfußgehen im Garten, Schwimmen im See.
2. Psychische Gesundheit
Achtsamkeit hilft, innere Unruhe zu reduzieren und fördert nachweislich die psychische Gesundheit. Schon wenige Minuten täglich können eine spürbare Wirkung haben.
Tipps:
- Nutzen Sie Apps für angeleitete Meditationen (z. B. 5 Minuten am Morgen oder vor dem Schlafengehen).
- Führen Sie ein Ferien-Tagebuch: Notieren Sie jeden Tag einen positiven Moment und einen Gedanken, den Sie loslassen möchten.
- Planen Sie bewusst stille Zeiten – ohne Handy, Medien oder Gespräche.
3. Soziale Gesundheit
Soziale Kontakte sind eine wichtige Ressource für unser Wohlbefinden. In den Ferien können sie bewusst mit Zeit, Wertschätzung und ohne Termindruck gestaltet werden.
Tipps:
- Planen Sie „Qualitätszeit“ mit Menschen, die Ihnen guttun (ein gemeinsames Essen, ein Spaziergang oder ein Ausflug.)
- Schaffen Sie gleichzeitig Raum für Alleinzeit als Ausgleich zum häufig fremdbestimmten Schulalltag.
- Rufen Sie jemanden an, den Sie lange nicht gesprochen haben. Soziale Verbundenheit stärkt nachweislich die Resilienz.
4. Struktur
Komplette Planlosigkeit kann ebenso stressen wie Überorganisation. Eine leichte Tagesstruktur unterstützt Erholung und verhindert, dass die Tage „verlaufen“.
Tipps:
- Geben Sie jedem Tag einen kleinen Fokus: z. B. „Bewegung“, „Genuss“, „Kreativität“ oder „Ruhe“.
- Planen Sie zwei fixe Zeitfenster für persönliche Projekte oder Vorbereitung.
- Schreiben Sie keine To-do-Liste, sondern eine „Worauf-freue-ich-mich-heute“-Liste.
Freiraum Schule – Initiative für mehr Freiheit und weniger Bürokratie in unseren Schulen
Die Initiative „Freiraum Schule“ startet eine österreichweite Ideen-Offensive, um die Verwaltung in und um die Schule zu vereinfachen. Ziel ist es, allen, die an der Schule arbeiten, mehr Zeit und Freiraum für das Wesentliche zu geben: pädagogische Arbeit, gemeinsame Gestaltung und Innovation.
Machen Sie mit für vereinfachte Schuladministration, mehr Freiraum und Zeit für das, worauf es wirklich ankommt: gute Bildung.
Wichtig zu wissen: Die Befragung kann anonym durchgeführt werden.
Eingeladen sind alle, die in unseren Schulen arbeiten: Pädagoginnen und Pädagogen, Schulleitungen, Verwaltungspersonal, Unterstützungspersonal, Mitarbeitende der Bildungsdirektionen, Pädagogischen Hochschulen, des IQS und der Zentralstelle.
Der Beteiligungszeitraum läuft von 3. bis 27. Juni 2025.
Was kann ein Vorschlag sein?
- Historisch gewachsene Meldesysteme oder Prozesse.
- Ein Formular, das aufwendig oder überflüssig ist oder doppelt ausgefüllt wird.
- Ein Beispiel für unnötige Berichterstattung, die kaum Mehrwert bringt.
ZGMP Video-Reihe zu zentralen Themen der psychosozialen Gesundheit
Das Zentrum für Gewalt- und Mobbingprävention und Persönlichkeitsbildung (ZGMP) der PPH Burgenland stellt ab sofort regelmäßig Fachbeiträge in Form von Videos mit Expert:innen zu zentralen Themen im Bereich psychosozialer Gesundheit zur Verfügung. Ziel ist es, einen niederschwelligen Zugang zu fundiertem Fachwissen zu schaffen – von Gewalt- und Mobbingprävention über psychosoziale Gesundheitsförderung bis hin zur Persönlichkeitsbildung.
Die ersten beiden Beiträge sind bereits auf der Website des ZGMP online verfügbar:
Sexualisierte Gewalt im und über das Internet
Kinder und Jugendliche sind zunehmend von sexualisierter Gewalt im und über das Internet betroffen. Aber muss das wirklich so sein? Müssen Kinder und Jugendliche damit leben?
Expertin: Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet.at.
Wie Eltern im Fall von (Cyber)Mobbing auch seitens der Schule unterstützt werden können & wie Kooperation gelingen kann. Dieser Fachbeitrag gibt Impulse zum Umgang mit Eltern im Falle von (Cyber)Mobbing und schöpft aus der Erfahrung der Rat auf Draht Elternseite.
Expertin: Ines Campuzano, Rat auf Draht.
Essstörungen & Social Media
Eine aktuelle Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Deutschland weist auf einen deutlichen Anstieg von Essstörungen bei Jugendlichen hin. Zwischen 2019 und 2023 stieg die Zahl der ärztlich diagnostizierten Fälle von Magersucht, Bulimie und Binge Eating bei zwölf- bis 17-jährigen Mädchen um fast 50 %. Besonders betroffen sind Mädchen, während die Zahlen bei gleichaltrigen Burschen nahezu konstant blieben.
Als zentrale Einflussfaktoren gelten Social-Media-Plattformen, die unrealistische Schönheitsideale und Selbstoptimierungszwänge vermitteln. Laut KKH-Psychologin Franziska Klemm erhöht eine intensive Nutzung sozialer Medien das Risiko für Körperunzufriedenheit und daraus resultierende Essstörungen deutlich. Die Erkenntnisse sind auch für Österreich von hoher Relevanz, da ähnliche gesellschaftliche und digitale Einflüsse bestehen. Die Ergebnisse verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf in Prävention und Aufklärung, insbesondere im Umgang junger Menschen mit digitalen Medien.
Zum Originalbeitrag in den OÖN
GIVE-Materialien zum Thema:
Positive Körperbilder fördern. Anregungen für Schulen.
Diese Broschüre bietet Anregungen, wie Heranwachsende bei der Entwicklung eines positiven Körperbilds unterstützt werden können. Sie erfahren, welche Faktoren für die Entwicklung eines negativen oder positiven Körperselbstbild ausschlaggebend sind und wo die Schule bzw. Lehrkräfte ansetzen können, um Selbstwert, Körperakzeptanz und psychische Gesundheit von Schüler:innen zu fördern. Dazu kommen konkrete Vorschläge und Methoden für den Unterricht, viele Literatur- und Linktipps sowie ein umfassender Serviceteil mit Hinweisen auf regionale Informations- und Beratungsangebote.
Die Broschüre bestärkt Lehrkräfte darin , das Thema Essstörungen aktiv aufzugreifen. Sie bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Krankheitsbilder, deren körperliche Folgen sowie erste Anzeichen, auf die Sie im Schulalltag achten können. Praktische Tipps zur Gesprächsführung helfen dabei, sensibel und unterstützend auf betroffene Schüler:innen zuzugehen. Darüber hinaus erhalten Sie Anregungen, wie Sie im Unterricht und auf Schulebene zur Prävention beitragen können. Ein umfangreicher Serviceteil rundet die Broschüre mit hilfreichen Adressen und Angeboten zur Beratung und Unterstützung ab.
Veranstaltungen im Überblick
ZGMP-Sommertagung 2025: „Psychosoziale Gesundheit im Lehrberuf – Mit Klarheit und Sinn in das neue Schuljahr“
Termin: 26.-27.8
Die Sommertagung „Psychosoziale Gesundheit im Lehrberuf – Mit Klarheit und Sinn in das neue Schuljahr“ lädt ein, die Existenzielle Pädagogik durch Vorträge, Workshops und künstlerische Formate zu entdecken. Erleben Sie, wie Sie in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, Ihren Schüler:innen Raum für ihre einzigartige Entwicklung geben und gleichzeitig gut für sich selbst sorgen können. Diese Veranstaltung widmet sich ganz besonders der psychosozialen Gesundheit der Lehrer:innen.
„Agieren bedeutet, sich als Person ins Spiel zu bringen – mit all den Emotionen, die uns ausmachen.“ (Waibel 2022)
Literaturtipp
Selbstfürsorge als Basis der Lehrergesundheit.
Strategien – Tipps und Praxishilfen.
Autor: Thurid Holzrichter
Wie kann es gelingen, im oft herausfordernden Schulalltag gesund zu bleiben? Das Buch „Selbstfürsorge als Basis der Lehrergesundheit“ von Thomas Holzrichter (2026) zeigt praxisnah und wissenschaftlich fundiert, wie Lehrkräfte ihre Gesundheit aktiv stärken können.
Im Mittelpunkt steht die Selbstfürsorge. Diese wird als Schlüsselkompetenz im Umgang mit Stress, Belastung und den vielfältigen Anforderungen des Berufs verstanden. Das Buch bietet konkrete Strategien, Reflexionsimpulse und Übungen, um nachhaltig für das eigene Wohlbefinden zu sorgen.
Holzrichter, T. (2016). Selbstfürsorge als Basis der Lehrergesundheit. Strategien – Tipps und Praxishilfen. Verlag an der Ruhr.
