GIVE-News – Jänner 2025
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unseres Newsletters im Jahr 2025! In dieser Ausgabe setzen wir unsere Reihe „Weniger Stress in der Schule“ fort und stellen Ihnen praktische Übungen vor, die helfen, Stress zu reduzieren und besser zu bewältigen. Freuen Sie sich auf wertvolle Tipps und Strategien, wie Sie Ihren Ihren (Schul-)alltag entspannter gestalten können.
Neben diesem Fokus erwarten Sie auch weitere spannende Themen in unserem vierten Newsletter:
- Weniger Stress in der Schule – Teil 4: Praktische Übungen
- IQES Evaluationscenter: Wie geht es unseren Schüler:innen?
- Publikation: Gewaltprävention und psychosoziale Gesundheitsförderung.
- Bewegungspause – GIVE Plakat
- Veranstaltungstipps
- Literaturtipp
Wir wünschen viel Freude beim Lesen,
das GIVE-Team
Weniger Stress in der Schule
Teil 4: Praktische Übungen

© CCO über Pexels.com
Stress ist für viele Lehrkräfte eine ständige Herausforderung – sowohl im Umgang mit den Schüler:innen als auch im eigenen Berufsalltag. In diesem letzten Teil zum Thema „Weniger Stress in der Schule“ geben wir Ihnen praxisorientierte Übungen, die nicht nur im Unterricht angewendet werden können, sondern auch der Stressbewältigung der Lehrkräfte selbst dienen. Entdecken Sie effektive Methoden zur Stressreduktion, die sowohl Ihnen als auch Ihren Schüler:innen zugutekommen – für mehr Gelassenheit im Schulalltag.
Woran merke ich, dass ich Stress habe (ab 3. Schulstufe)
Ziele: Erkennen von typischen Stresssymptomen
Material: Liste mit Stresssymptomen
Ablauf: Erklären Sie den Kindern, dass Stress recht unangenehme Gefühle und Gedanken hervorruft. Einige Typische davon sind unten aufgelistet. Wenn man eine oder mehrere dieser Empfindungen hat, kann das bedeuten, dass man Stress hat. Genauso wie man z.B. an Anzeichen wie Schnupfen, Kopfweh, Husten und Halsschmerzen erkennen kann, dass man erkältet ist, kann man an den Anzeichen auf der Liste erkennen, dass man gestresst ist. Wie bei einer Erkältung muss man auch bei Stress nicht alle Anzeichen gleichzeitig bei sich feststellen. Bei Vorlesen der einzelnen Stresssymptome kann jedes Kind ankreuzen, welche es schon einmal bei sich selbst erlebt hat.
- …an meinem Körper:
- Ich mag nichts essen
- Ich kann nicht einschlafen
- Mein Herz klopft ganz wild
- …an meinen Gefühlen und Gedanken:
- Ich ärgere mich oft
- Ich denke: Das schaffe ich nie!
- Ich kann mich nicht konzentrieren
- …an dem, was ich tue:
- Ich werde schnell wütend
- Ich beeile mich sehr
- Ich mache alles durcheinander
Hauptsache anders – Innehalten (ab 7. Schulstufe, für Lehrkräfte)
Ziele: Entspannung durch Veränderung der Aufmerksamkeit
Ablauf: Das Prinzip der folgenden Übung ist es, die Aufmerksamkeit auf etwas Anderes, Neues, auf eine sinnliche Wahrnehmung (sehen, hören) am Rande der Arbeitstätigkeit zu richten. Dabei liegt die Konzentration auf einem positiven Aspekt dieser Wahrnehmung.
Halten Sie einen Moment mit Ihrer Arbeit inne und räkeln oder strecken Sie sich kurz. Erforschen Sie dann:
- Wie viele Farben sehen Sie in Ihrer Umgebung?
- Welche davon empfinden Sie als angenehm?
- Welche Geräusche können Sie gerade wahrnehmen?
- Ist ein angenehmes Geräusch dabei?
Räkeln Sie sich und schütteln Sie sich aus, als könnten Sie damit allen Ärger des Tages und alle Anspannung und Verkrampfung wegschütteln.
Stressbewältigung durch konstruktiven inneren Dialog (für Lehrkräfte)
Ziele: Kognitive Umstrukturierung, Belastungsbewältigung
Ablauf: Situationen werden von uns negativ bewertet, indem wir sie mit negativen Gedanken verbinden. Solche stressförderlichen bzw. entmutigenden Gedanken können folgende Merkmale haben:
- selbstabwertend („Das kann ich sowieso nicht!“)
- resignativ („Heutzutage kann man tun was man will, die Mühe lohnt sich einfach nicht!“)
- Alles- oder Nichts-Konstruktionen („Wenn das einmal nicht klappt, dann wohl nie!“, „Die Schüler sind eben faul!“)
- Überfordertes Anspruchsniveau („Man kann alles, wenn man nur will!“)
Wer über solche Denkgewohnheiten verfügt, dem fällt es schwer, positiv zu denken und gelassen zu sein. Um hier anzusetzen, sind alternative Gedanken notwendig. Denken Sie öfters „nichtförderliche“ Gedanken? Was könnten Sie stattdessen denken?
Die nachfolgenden Leitfragen können Ihnen helfen, auf alternative Gedanken zu kommen und somit belastenden Situationen mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Beginnen Sie mit einer konkreten Beschreibung einer belastenden Situation, in der Sie negative Gedanken haben. Anhand dieser Beschreibung sollen anschließend alternative Gedanken gefunden werden.
Leitfragen:
- Was denkt jemand, den die Situation weniger belastet als Sie?
- Wie werden Sie später, morgen oder in einem Monat oder in einem Jahr über die Situation denken?
- Was könnte schlimmstenfalls geschehen? Wie wahrscheinlich wäre das?
- Was wäre schlimmer als diese Situation?
- Haben Sie schon einmal eine ähnlich schwierige Situation gemeistert?
Möchten Sie mehr zum Thema Stress lesen und praktische Übungen für den Unterricht erhalten?
Die neue GIVE-Broschüre „Weniger Stress in der Schule“ bietet wertvolle Hintergrundinformationen sowie hilfreiche Tipps und praktische Übungen, um Stress im schulischen Alltag besser zu bewältigen und vorzubeugen.
Für zusätzliche praktische Übungen und Unterrichtsvorschläge empfehlen wir Ihnen unsere kostenlosen GIVE-Materialien:
Ich schaffe das! Unterrichtsmodule zur Ressourcenstärkung von Kindern und Jugendlichen.
Schulen gesund leiten
Gesundheit von Lehrpersonen
Linktipps zum Thema Stress:
Stress bewältigen
IQES Evaluationscenter: Wie geht es unseren Schüler:innen?
Wie geht es den Schüler:innen an Ihrer Schule wirklich? Mit der anonymisierten Befragung erhalten Sie die Möglichkeit, ein umfassendes Bild der Situation Ihrer Schüler:innen zu gewinnen.
Die Ergebnisse geben Einblicke in Wohlbefinden, Beziehungen, Potenziale und mögliche Gefährdungen wie Sucht oder Gewalt. Nutzen Sie diese wertvollen Erkenntnisse, um frühzeitig Handlungsbedarf zu identifizieren und Ihre Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen gezielt zu stärken. Wir unterstützen Sie dabei gerne mit unseren Angeboten.
Gewaltprävention und psychosoziale Gesundheitsförderung
In dieser Publikation werden praxisorientierte Ansätze zur Prävention von Gewalt und Mobbing sowie zur Förderung der psychosozialen Gesundheit in Schulen vorgestellt. Sie beleuchtet, wie vielfältige, gut evaluierte Programme erfolgreich implementiert werden können, wobei die Qualität der Umsetzung und nachhaltige Integration von zentraler Bedeutung sind.
Die Publikation zeigt, wie Schulen als sichere Orte für positive soziale Beziehungen gestaltet werden können, was einen direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit und das Sozialverhalten hat. Es werden Konzepte und Maßnahmen zur Primär- und Sekundärprävention vorgestellt und in den Kontext der Schulentwicklung eingebettet. Dabei wird ein standortspezifischer Ansatz verfolgt, der die ganzheitliche Veränderung der Schulorganisation und den Aufbau dauerhafter Strukturen fördert.
Für Schulen bietet sich somit eine fundierte Vorgehensweise zur Verbesserung der Schulklimaqualität und zur langfristigen Prävention von Gewalt und Mobbing. Die Publikation gibt wertvolle Einblicke in wissenschaftlich fundierte Methoden, konkrete Praxisbeispiele sowie die Rolle von Führungskräften in diesem Prozess. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung unterschiedlicher präventiver Maßnahmen und deren nachhaltiger Integration in den Schulalltag.
Plakat Bewegungspause
Verleihen Sie dem Alltag mehr Schwung mit unserem kostenlosen Plakat zur „Bewegungspause“! Ideal für Schüler:innen und alle, die viel sitzen – es enthält einfache, effektive Übungen, die schnell für mehr Energie und Konzentration sorgen. Laden Sie das PDF herunter oder fordern Sie Ihr Plakat in der Printverion jetzt kostenlos an und bringen Sie Bewegung in den Alltag!
Veranstaltungstipps
Triff das GIVE-Team vor Ort!
Gesunde Schule Tirol – Tagung 2025
Wann? 20.02.2025, ab 8:30 Uhr
Wo? PH Tirol
Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit für die Zukunft zu stärken, ist Aufgabe von Schule und Schulen sind Orte, an welchen das Empathiepotenzial entfaltet werden kann – für die Person und für die Lösung gesellschaftlicher und globaler Herausforderungen.
Was es braucht, um das Empathiepotenzial – Beziehungskompetenz, Verbundenheit , Achtsamkeit mit mir, den Mitmenschen und der Natur – zu entfalten und für alle im Lebensraum Schule als Qualität erfahrbar zu machen und im System zu verankern, dem wird bei der Tagung in den Impulsen am Vormittag, beim Marktplatz und in den Workshops am Nachmittag Raum und Zeit geben.
WieNGS Anbieter:innenmarkt
Wann? 18.03.2025, 14:00-16:30 Uhr
Wo? PH Wien
Voraussetzung für produktives Lernen und gute zwischenmenschliche Beziehungen in der Schule ist die Gestaltung von gesünderen Lern- und Lebensbedingungen in der Schule und damit einer Schule, in der man sich wohlfühlen kann. Der WieNGS „Markt der Anbieter*innen“ vernetzt Schulen und Gesundheitsförderungsinitiativen und bringt neue gesundheitsfördernde Ideen und Angebote in die WieNGS Schulen. Beim Anbieter*innenmarkt stellen verschiedenste Organisationen und Einzelpersonen ihre Angebote im Bereich Gesundheitsförderung für Schulen, Schüler*innen und Lehrer*innen vor.
Literaturtipp
Stress bewältigen. Mit effektiven Übungen Druck und Angst in der Schule entgegenwirken.
Autorin: Doris Stöhr-Mäschl
Dieses Buch bietet Lehrerinnen und Lehrern Anregungen, wie sie dem Stressverhalten ihrer Schülerinnen und Schüler mit strukturierten und leicht durchführbaren Entspannungseinheiten begegnen können. Es enthält Atemübungen, mentale Übungen, Muskel- und Bewegungsübungen, Fantasieriesen, Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen. Bei regelmäßiger Durchführung können diese Übungen schnell Ruhe in die Klasse bringen und das Konzentrationsvermögen der Kinder und Jugendlichen fördern.
Stöhr-Mäschl, D. (2019). Stress bewältigen. Mit effektiven Übungen Druck und Angst in der Schule entgegenwirken. Verlag an der Ruhr, Mühlheim an der Ruhr.
