Welche Unterstützung gibt es für Schulen? Aktueller Forschungsbericht zu Unterstützungssystemen in, für und um die Schule

Das LBIHPR (Ludwig Boltzmann Institut für Health Promotion Research) ist im Rahmen eines Forschungsprojektes der Frage nachgegangen, welche Unterstützungssysteme im österreichischen Schulsystem vorhanden sind und wie diese im Alltag zusammenarbeiten. Grundsätzlich stehen österreichischen Schulen sechs Unterstützungssysteme zur Verfügung, die sich jedoch in deren Zuständigkeiten, der Trägerschaft, den gesetzlichen Grundlagen und der inhaltlicher Ausrichtung sehr unterscheiden. Diese sind:

Der vorliegende Forschungsbericht liefert einen guten Überblick über die Tätigkeit und Zusammenarbeit der bestehenden Systeme, sowie deren Verfügbarkeit an einzelnen Schulstandorten. Gleichzeitig zeigt er auf, wo es Verbesserungsbedarf, Versorgungslücken oder Doppelgleisigkeiten gibt und welche Rolle dabei der einzelne Schulstandort spielt.

Obwohl es auf den ersten Blick ein breites Angebot für Schulen zu geben scheint, zeigt sich in der Praxis, dass es viele Schulen gibt, die keine oder nur sehr wenig Unterstützung erhalten. Schulleiterinnen und Schulleiter können dem entgegenwirken, indem sie:

  • transparent machen, welche Unterstützungssysteme im Einzugsgebiet der Schule bzw. am Schulstandort vorfügbar sind.
  • den Organisationen Möglichkeit geben ihr Angebote beim Elternabend oder anderen Schulveranstaltungen zu präsentieren.
  • den Experten und Expertinnen an der Schule Räume für Beratung und Vernetzung zur Verfügung stellen.
  • die einzelnen Unterstützungssysteme motivieren, an der Schule zusammenzuarbeiten, um z.B. gemeinsame Fallbesprechungen oder Helferkonferenzen abzuhalten.

Die derzeitige Praxis zeigt, dass die Experten und Expertinnen in erster Linie auf informeller Ebene miteinander reden. Aufgrund hoher Personalfluktuation ist eine längerfristige Kooperation und Vernetzung oftmals schwierig. Durch die zersplitterten Zuständigkeiten zwischen Ländern und Bund wird Vernetzung und Kooperation zusätzlich gehemmt. Die Experten und Expertinnen beklagen das Fehlen einer zentralen vernetzenden Stelle. Sie wünschen sich zudem mehr zeitliche Ressourcen für Beratung, Vernetzung und Kooperation. Versorgungslücken und Verbesserungsmöglichkeiten werden von den einzelnen Unterstützungssystemen v.a. bei Schülerinnen und Schüler höherer Schulen, bei chronisch kranken Kindern, bei Kindern mit Migrationshintergrund und bei der medizingesehen Versorgung von Pflichtschüler/innen gesehen.