Sie wissen, worauf es ankommt: Gesunde Schule-Profis im Interview, Teil 2

Gesundheit ist eine wichtige Ressource für alle Schulen. Gesundheitlich belastete Schülerinnen und Schüler sind in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Lehrerinnen und Lehrer, die sich unwohl und krank fühlen, sind oft nicht in der Lage, ihren beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Es gibt viele gute Gründe, warum Gesundheit ein Thema für Schulen sein kann, und Gelingensbedingungen und Erfolgsfaktoren, die schulische Gesundheitsförderung wirkungsvoll machen.

Im zweiten Teil unserer Serie „Sie wissen, worauf es ankommt“ sprechen wir mit Mag. Dr. Christine Winkler-Ebner. Sie betreut das Netzwerk „Gesundheitsförderung an Salzburgs Schulen“ bei AVOS, das seit 12 Jahren Schulen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit unterstützt.

GIVE: Liebe Christine, Gesundheit und Gesundheitsförderung ist vielen Schulen ein wichtiges Anliegen. Wie schaut für dich eine gesunde Schule aus?

Christine Winkler-Ebner: In einer Gesunden Schule ziehen alle Beteiligen (SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, nicht-pädagogisches Personal) an einem Strang. Die Gesundheit bzw. Gesundheitsförderung wird im täglichen Tun verankert, d.h. in schulischen Abläufen, im Unterricht, in der Pause. Sei es die bewegungsanregende Gestaltung des Schulhofs oder im Schulgebäude, das Anlegen eines Hochbeetes – pflanzen und ernten – oder das Erarbeiten von Schul- und Klassenregeln als Basis für ein friedvolles Miteinander. Gemeinsame Aktivitäten und gemeinsames Gestalten fördern nicht nur das Schulklima, sondern auch die Gesundheit. Eltern bringen sich aktiv ein und entlasten so auch die Lehrpersonen.

GIVE: Welchen Vorteil haben deiner Meinung nach Schulen, wenn sie sich mit Gesundheit beschäftigen?

Christine Winkler-Ebner: Das Bewusstsein für die eigene Gesundheit und das Erkennen von Chancen und Möglichkeiten, die Gesundheit zu verbessern, steigt. Es entsteht immer wieder ein AHA-Erlebnis, wenn einem bewusst wird, wie man mit kleinen Veränderungen etwas bewirken kann. Z.B. eine Pädagogische Konferenz startet mit einem gemeinsamen Essen, Austausch, bevor es mit der eigentlichen Arbeit losgeht. Oder das Einführen von Ruhe- und Rückzugsräumen, die sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrpersonen nutzen können.

GIVE: Auf welche Stolpersteine müssen Schulen deiner Erfahrung nach achten, wenn sie sich auf diesen Prozess einlassen?

Christine Winkler-Ebner: Unsere Devise ist immer: Schritt für Schritt und gemeinsam, Aufgaben gut koordinieren und das Wissen und die Kompetenz aller bündeln. Da entsteht am meisten und wir von AVOS unterstützen hier die Schulen bei dem Prozess in verschiedensten Projekten.

GIVE: Welche Angebote bietet das Netzwerk „Gesundheitsförderung an Salzburgs Schulen“ für Schulen?

Christine Winkler-Ebner: Das Netzwerk ist vielschichtig. Zum einen betreuen wir Initiativen wie Gesunde Volksschule, Bewegte und Gesunde Schule (NMS,PTS) sowie Fokus Ernährung | Gemeinschaftsverpflegung, welche die Schulen in Anspruch nehmen können und eine intensivere Begleitung erfahren. Wir koordinieren und verwalten darüber hinaus ein Anbieter-/Partnernetzwerk Gesunde Schule, in dem Institutionen sowie EinzelanbieterInnen als ExpertInnen mit ihren gesundheitsförderlichen Angeboten den Schulen zur Verfügung stehen. Einerseits fließen die Angebote in unsere Projekte mit ein, andererseits können sich alle interessierten Schulen über Angebote zur schulischen Gesundheitsförderung informieren und diese auch nach der Projektphase nutzen.

GIVE: Was machst du persönlich am liebsten für deine Gesundheit?

Christine Winkler-Ebner: Ich bin sehr gerne in der Natur, Bergsteigen, Radfahren – am besten mit der Familie und FreundInnen.

GIVE: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt:
Mag. Dr. Christine Winkler-Ebner
Bereichsleitung Gesundheitsförderung
AVOS – Arbeitskreis für Vorsorgemedizin GmbH
winkler-ebener@avos.at
www.avos.at und http://gesundeschule.salzburg.at