Sie wissen, worauf es ankommt: Gesunde Schule-Profis im Interview

Gesundheit ist eine wichtige Ressource für alle Schulen. Gesundheitlich belastete Schüler/innen sind in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Lehrerinnen und Lehrer, die sich unwohl und krank fühlen, sind oft nicht in der Lage ihren beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Es gibt viele gute Gründe, warum Gesundheit ein Thema für Schulen sein sollte, und Gelingensbedingungen und Erfolgsfaktoren, die schulische Gesundheitsförderung wirkungsvoll machen.

Logo "10 Jahre Gesunde Schule"Das Programm „Gesunde Schule“ der Initiative „Tut gut!“ in Niederösterreich begleitet und betreut seit 10 Jahren Schulen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit. Wir sprechen heute mit Programmleiterin Inge Gerstl, MA.

GIVE: Liebe Inge, Gesundheit und Gesundheitsförderung ist vielen Schulen ein wichtiges Anliegen. Wie schaut für dich eine gesunde Schule aus?

Inge Gerstl: Für mich gibt es nicht DIE gesunde Schule, sondern unglaubliche viele verschiedene Variationen. Aber eines haben für mich all diese Schulen gemeinsam – das positive, angenehme Schulklima, welches man beim Beschreiten der Schule empfindet. Ich finde, man spürt relativ schnell, ob ein wertschätzender Umgang untereinander herrscht, ob alle gerne hier sind und ob sie Freude am Tun haben und das wirkt sich dann auch auf ihre Gesundheit aus.

GIVE: Welchen Vorteil haben deiner Meinung nach Schulen, wenn sie sich mit Gesundheit beschäftigen?

Inge Gerstl: Sehr viele. Einerseits kann sich jede/jeder individuell für sich und ihre/seine Gesundheit etwas mitnehmen und andererseits hat es positive Auswirkungen auf die gesamte Schule, das Schulklima und infolgedessen auch auf das Lehren und Lernen. Egal ob Pädagogin/Pädagoge, Schülerin/Schüler oder nicht unterrichtendes Personal, man ist so viel Zeit seines Leben in der Schule, deshalb finde ich gerade das Thema Gesundheit im Setting Schule besonders wichtig!

GIVE: Auf welche Stolpersteine müssen Schulen deiner Erfahrung nach achten, wenn sie sich auf diesen Prozess einlassen?

Inge Gerstl: Ein großer Stolperstein ist manchmal, dass sich nur eine oder wenige Personen für das Thema an der Schule einsetzen und dann natürlich die gesamte „Arbeit“ bei ihnen bleibt. Das kann sich in Folge dann demotivierend und belastend auf die Gesundheit auswirken. Ich finde jede Schule sollte sich im Team gut überlegen, welche gesundheitsförderlichen Maßnahmen sie angehen wollen, aber auch welche sie eventuell weglassen. Besser eine Maßnahme und jede/jeder hat Freude daran, als zehn und alle sind ausgebrannt.

GIVE: Welche Angebote bietet die Initiative „Tut gut!“ für Schulen?

Inge Gerstl: Das Programm »Gesunde Schule« in Niederösterreich unterstützt Schulen der Sekundarstufe 1 dabei, die Gesundheit aller Beteiligten zu stärken. Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Lehrerinnen und Lehrern sowie allen am Schulleben Beteiligten soll gefördert werden. Gleichzeitig werden der Bildungs- und Erziehungsauftrag unterstützt, die Leistungsfähigkeit erhöht und somit der Lehr- und Lernerfolg gefördert. Somit werden letztendlich auch das Wohlbefinden und das Image der Schule gesteigert. Konkret werden unsere Programmschulen von einer Gesunde Schule Beraterin begleitet, welche sie dabei unterstützt, schulspezifische Maßnahmen festzulegen und diese erfolgreich umzusetzen.

GIVE: Was machst du persönlich am liebsten für deine Gesundheit?

Inge Gerstl: Sport, am besten mit Freund oder Freundinnen, als Ausgleich zum vielen Sitzen und zum Abschalten. Wenn möglich auch viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen, um über Gott und die Welt zu plaudern und über viel Blödsinn lachen zu können. 

GIVE: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt:
Inge Gerstl, MA
Bereich Bildung, Initiative „Tut gut!“
NÖ Gesundheits- und Sozialfonds
inge.gerstl@noetutgut.at
www.noetutgut.at