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Peer Review – ein Blick über den Tellerrand lohnt sich

Unter Peer Review bzw. gegenseitigen Schulbesuchen versteht man ein freiwilliges Verfahren, bei dem Schulen im direkten Erfahrungsaustausch voneinander lernen. Es handelt sich um eine Methode der externen Evaluation, welche die Schul- und Qualitätsentwicklung unterstützt. Ein wesentliches Merkmal dieses Verfahrens ist, dass der Austausch auf gleicher Augenhöhe stattfindet. In der Regel dauert dieser Austausch ein bis zwei Tage. Die Peers können beispielsweise Lehrinnen und Lehrer gleicher Schulformen, aus benachbarten Schulen oder Schulnetzwerken sein.

Warum lohnen sich gegenseitige Schulbesuche?

Sowohl Besucherschulen als auch Hospitationsschulen profitieren von diesem Erfahrungsaustausch. Besucherschulen haben die Möglichkeit die eigene Schule und den Unterricht professionell weiter zu entwickeln. Sie erhalten an der Hospitationsschule wertvolle Anregungen und Vorschläge dafür.

Hospitationsschulen, also jene die besucht werden, erfahren Wertschätzung der eigenen Arbeit. Sie erhalten einen Außenblick und dadurch die Möglichkeit selbstverständliche Routinen zu hinterfragen.

Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg

Gegenseitige Schulbesuche bringen für alle Beteiligten Vorteile, vorausgesetzt, diese Schulbesuche sind gut vor- und nachbereitet. Dabei gilt es vor allem auf folgende Punkte zu achten:

  • Beteiligung der Schulleitung v.a. in der Vorbereitungsphase,
  • Anliegen und Erwartungen aller Beteiligten vorab klären,
  • Umfang und Art der Hospitation klären, z.B. Teilnahme am Unterricht einer Lehrperson, Hospitation im außerunterrichtlichen Bereich
  • Vereinbarung von Regeln für den gesamten Ablauf, z.B. bei Unterrichtshospitationen untereinander keine Gespräche führen, nur Klassen besuchen, die vorher vereinbart wurden
  • Feedback von Besucherschule einholen
  • Nachgespräche/Reflexionsrunden einplanen
  • Transfer der Erfahrungen und Anregungen sichern

Zum Weiterlesen: Schulen lernen von Schulen: Handreichung für Schulbesuche (PDF)

Netzwerke – eine Chance für gegenseitige Schulbesuche

Netzwerke, z.B. Gesunde Schule-Netzwerke, bieten eine grundlegende Struktur, die Kontaktaufnahmen für einen Erfahrungsaustausch erleichtert. Gleichzeitig beinhalten sie einen Pool an potentiellen Hospitationsschulen, die Erfahrungen mit ähnlichen Themen haben. Diese Ressource kann leichter zugänglich gemacht werden, wenn Schulen bereit sind, ihre Stärken und Erfahrungen mit bestimmten Themen (innerhalb des Netzwerks) öffentlich zu machen. Für gesunde Schulen oder solche die es werden wollen, kann es interessant sein, sich mit Gleichgesinnten über Themen, wie z.B. Verankerung von Gesundheitsförderung in SQA, gesundheitsförderliche Unterrichtsgestaltung, Schulraumgestaltung oder Verbesserung der Lehrerkooperation auszutauschen.

Weiterführende Links

Literaturtipp
  • GIESKE-ROLAND, Mario/BUHREN, Claus G./ROLFF, Hans-Günter (2014): Peer Review an Schulen. Unterrichtsentwicklung durch gegenseitige Schulbesuche. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.