Schule 4.0 und Gesundheit, Teil 2 – Digitale Medien als Quelle für Gesundheitsinformationen

Mit der Initiative „Digitale Grundbildung“ setzt das Bildungsministerium einen Schwerpunkt auf digitale Kompetenzen und informatische Bildung, und zwar von der Grundschule bis zur Sekundarstufe 2. Nach einem Pilot im Schuljahr 2017/18 beginnt ab dem Schuljahr 2018/19 die flächendeckende Umsetzung für alle Schulen der Sekundarstufe I (NMS, AHS). Ein entsprechender Lehrplan wurde erarbeitet; dieser sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler innerhalb von vier Jahre eine Reihe von Kompetenzen erwerben – von den gesellschaftlichen Aspekten von Digitalisierung über Informations- und Medienkompetenz, Mediengestaltung bis zu technischer Problemlösung und Programmierung.

Der Lehrplan bietet den Rahmen, sich im Unterricht mit den Zusammenhängen zwischen Gesundheit und Digitalisierung auseinanderzusetzen. Zwei Zugänge werden dabei angerissen: Die gesundheitlichen Risiken von Digitalisierung und Nutzung digitaler Medien; andererseits die Chancen, die digitale Medien zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden bieten. Wir möchten zu beiden Zugängen Hintergrundwissen bereitstellen: Hinweise auf Studien und interessante Diskussionen, Links zu seriösen Informationsquellen und Tipps für das Umsetzen im Unterricht.

2. Digitale Medien als Quelle für Gesundheitsinformationen

Das Internet ist heute für viele Menschen die erste Informationsquelle, auch in Bezug auf Gesundheitsinformationen. Vor allem jüngere, besser gebildete Menschen nutzen online-Informationen. Ausgangspunkt der Suche nach Gesundheitsinfos im Internet ist oft die eigene Betroffenheit nach einer Diagnose oder die Erkrankung von nahen Angehörigen. Häufig dient das Internet auch als Diagnosetool vor einem Arztbesuch. Gesunde Personen interessieren sich vornehmlich für die Themen Wellness und Prävention.

Jugendliche und junge Erwachsene stellen bei der Suche nach Gesundheitsinformationen die größte Nutzergruppe, obwohl sie am seltensten krank sind (1). Sie nutzen das Internet, um sich über heikle Themen zu informieren – z.B. über Sexualität, Drogen und psychische Erkrankungen. Gerade bei diesen sensiblen, komplexen Themen sind seriöse und korrekte Auskünfte wichtig. Es braucht jedoch Medienkompetenz und die Fähigkeit zu kritischem Denken, um seriöse Informationen von Halbwahrheiten, interessengeleiteten Meinungen oder Falschmeldungen unterscheiden zu können. Dass sich Jugendliche – und auch die meisten Erwachsenen – mit der kritischen Einschätzung von online-Informationen schwer tun, zeigte eine Untersuchung der History Education Group der Standford University aus dem Jahr 2016: Den meisten Jugendlichen fiel es schwer, die interessengeleiteten Absichten einer Social Media-Nachricht zu erkennen oder ein die Glaubwürdigkeit eines Bildes einzuschätzen; besonders leicht zu täuschen waren die Schülerinnen und Schüler durch als redaktionelle Inhalte gestaltete Werbung. Das ist im Hinblick auf online-Informationen zu Gesundheit besonders bedenklich. Falsche und haltlose Empfehlungen zu Fitness, Ernährung, Diäten und sexueller Gesundheit, unrichtige Selbstdiagnosen bei (subjektiven) psychischen Beeinträchtigungen oder Vorschläge zur Selbstmedikation können negative Effekte für Gesundheit und Wohlbefinden haben.

Das Achten auf einige Merkmale hilft, Gesundheitsinformationen im Internet auf ihre Seriosität und ihren Wahrheitsgehalt zu beurteilen:

  • Wer hat die Informationen geschrieben? Welche Qualifikation hat der Autor, die Autorin?
  • Was sind die Ziele der Informationen bzw. der Website? An wen richten sich die Informationen?
  • Wann wurden die Informationen erstellt? Wie aktuell sind die Auskünfte? Wird ein Datum angegeben?
  • Sind die Quellen, vor allem wissenschaftliche Literatur, angegeben?
  • Wie wird das Informationsangebot finanziert? Gibt es Werbung auf der Website? Wofür wird geworben?
  • Ist der Text übersichtlich und verständlich? Werden Fachbegriffe erklärt?
  • Sind die Informationen ausgewogen, d.h. werden neben der Wirkung einer Behandlung auch Nebenwirkungen, Risiken oder Nachteile benannt und auf alternative Behandlungsmöglichkeiten hingewiesen? Werden andere Behandlungsmöglichkeiten oder Angebote womöglich negativ dargestellt und schlecht gemacht?
  • Ist die Forschungslage zur Wirkungsweise einer Behandlungsmöglichkeit differenziert dargestellt? Wird darauf hingewiesen, wenn sich Behandlungsalternativen noch in der Studienphase befinden oder ihre Wirkungen und Nachteile noch nicht ausreichend erforscht sind?

Checklisten für die Beurteilung von Gesundheitsinformationen

Weitere Linktipps

Teil 1 von Schule 4.0 und Gesundheit finden Sie hier: Nutzung digitaler Geräte – Auswirkungen auf die Gesundheit

(1) Reifegerste, D.; Baumann, E.: Suche von Gesundheitsinformationen im Internet. In: Scherenberg, V.; Pundt, J. (Hrsg., 2018): Digitale Gesundheitskommunikation. Zwischen Meinungsbildung und Manipulation. Apollon University Press. S. 45-59.

Bild: CC0 über pixabay.com

Schule 4.0 und Gesundheit, Teil 1 – Nutzung digitaler Geräte: Auswirkungen auf die Gesundheit

Mit der Initiative „Digitale Grundbildung“ setzt das Bildungsministerium einen Schwerpunkt auf digitale Kompetenzen und informatische Bildung, und zwar von der Grundschule bis zur Sekundarstufe 2. Nach einem Pilot im Schuljahr 2017/18 beginnt ab dem Schuljahr 2018/19 die flächendeckende Umsetzung für alle Schulen der Sekundarstufe I (NMS, AHS). Ein entsprechender Lehrplan wurde erarbeitet; dieser sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler innerhalb von vier Jahre eine Reihe von Kompetenzen erwerben – von den gesellschaftlichen Aspekten von Digitalisierung über Informations- und Medienkompetenz, Mediengestaltung bis zu technischer Problemlösung und Programmierung.

Der Lehrplan bietet den Rahmen, sich im Unterricht mit den Zusammenhängen zwischen Gesundheit und Digitalisierung auseinanderzusetzen. Zwei Zugänge werden dabei angerissen: Die gesundheitlichen Risiken von Digitalisierung und Nutzung digitaler Medien; andererseits die Chancen, die digitale Medien zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden bieten. Wir möchten zu beiden Zugängen Hintergrundwissen bereitstellen: Hinweise auf Studien und interessante Diskussionen, Links zu seriösen Informationsquellen und Tipps für das Umsetzen im Unterricht.

1. Nutzung digitaler Geräte: Auswirkungen auf die Gesundheit

Smartphones sind erst seit rund elf Jahren weit verbreitet; Tablets sind seit etwa 2010 ein Massenprodukt. Deshalb fehlen Langzeitstudien zu den Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf die Gesundheit von Heranwachsenden. Fachleute befürchten schädliche Effekte in verschiedenen gesundheitlichen Bereichen. Als negative Auswirkungen werden immer wieder genannt: Schlafstörungen, Rückenprobleme und Bewegungsmangel, Aufmerksamkeitsstörungen sowie Suchtgefahr von online-Spielen und sozialen Medien.

Das gesundheitsgefährdende Potenzial der Digitalisierung geht in erster Linie von einer übermäßigen Nutzung und der ständigen Verfügbarkeit von online-Angeboten durch Smartphones und andere mobile Geräte aus. Die exzessive Beschäftigung mit PC- oder online-Spielen, mit sozialen Medien wie Youtube, Instagram, Facebook, oft für mehrere Stunden pro Tag, kann die physische und mentale Gesundheit beeinträchtigen.

Bis zu 10 Stunden pro Tag verbringen Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren an Geräten mit Bildschirm, zeigte eine Untersuchung an Tiroler Schülern und Schülerinnen im Jahr 2017; deutlich weniger Zeit widmeten die befragten Teenies Bewegung und Sport, nämlich nur rund 5 Stunden pro Woche. Bewegungsmangel hat vielfältige negative Auswirkungen auf die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, z.B. Einschränkungen der motorischen Fähigkeiten und Übergewicht. Zudem kann das lange Sitzen vor dem Bildschirm Rückenschmerzen verursachen, denn es bedeutet eine einseitige Belastung für den Rücken und schwächt die Rückenmuskulatur.

Die lang andauernde Beschäftigung mit Bildschirmgeräten kann außerdem zu Schlafproblemen führen. Jugendliche, die ihr Smartphone auch noch im Bett nutzen, schlafen deutlich weniger und schlechter. Das beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.

Machen digitale Medien süchtig?
Vor Kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angekündigt, dass online-Spielsucht in die International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (kurz: ICD) aufgenommen werden soll. Diese Ankündigung wurde durchaus kontrovers diskutiert. Während einige Fachleute diesen Schritt als längst überfällig begrüßen, sehen andere den Entschluss kritisch: Übermäßiges Spielverhalten sei keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom einer dahinter liegenden, anderen Problematik, die es zu lösen gelte.

Zweifellos gibt es Menschen, die ein problematisches Computerspielverhalten haben. Laut einer deutschen Studie sollen rund 4% der 14- bis 16-jährigen internet-süchtig sein. Als Symptome einer solchen Abhängigkeit werden das Gefühl, nicht mehr ohne Internet, Smartphone oder PC leben zu können, sowie Entzugserscheinungen bei Abstinenz genannt.

Link- und Literaturtipps für die Gestaltung einer Unterrichtseinheit
In einer Unterrichtseinheit zu den gesundheitlichen Auswirkungen des digitalen Medienkonsums können Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Medienverhalten reflektieren. Mögliche Fragen dazu sind:

  • Wie viel Zeit verbringe ich selbst mit Smartphone, Tablet, PC und TV?
  • Welche anderen Aktivitäten kommen dadurch eventuell zu kurz?
  • Hat meine Mediennutzung Effekte auf mein körperliches und mentales Wohlbefinden (z.B. Verspannungen im Nacken oder Rücken, Schlafprobleme etc.)?
  • Möchte ich an meinem Medienverhalten etwas verändern? Was kann mir dabei helfen?

Linktipps:

Gratis-Apps zum Messen der Handynutzung

Teil 2 „Digitale Medien als Quelle für Gesundheitsinfos“ folgt in Kürze.

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Einen Gesundheitstag planen

Für viele Schulen ist ein Gesundheitstag ein optimaler Einstieg in Gesundheitsthemen. Wie aber eine solche Veranstaltung planen und durchführen? Was sollte dabei bedacht werden? Wir haben Erfahrungsberichte von Schulen durchgesehen und einige Punkte herausgefiltert, die offensichtlich zum Gelingen eines Gesundheitstages beigetragen haben. Weiterlesen

Wie Zusammenarbeit mit Eltern gelingt

In einer aktuellen Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung wurden Lehrkräfte, Eltern und SchülerInnen u.a. zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie befragt. Die überwiegende Mehrheit der Eltern und Lehrkräfte sind der Meinung, dass die Partnerschaft gut funktioniert und sich die beiden Institutionen in der Erziehung der Kinder gut ergänzen. Auch mit Anzahl und Qualität der Kontakte sind beide Seiten nach eigenen Angaben weitgehend zufrieden.

Andererseits findet fast die Hälfte der befragten Lehrerinnen und Lehrer, dass das Sozialverhalten der Schüler und Schülerinnen zu wünschen übrig lässt und sehen das in der Verantwortung der Eltern. Die Eltern dagegen beklagen, dass die Lehrkräfte sich nicht ausreichend Zeit zum Erklären des Lehrstoffes nehmen und sie deshalb mit ihren Kindern den Stoff zu Haus nachlernen müssen. Es hat also den Anschein, als ob es in der Zusammenarbeit doch Grund zur Unzufriedenheit gibt.

Wie kann nun eine qualitätsvolle, für beide Seiten zufrieden stellende Elternarbeit gelingen?

Schule und Elternhaus tragen gemeinsam die Verantwortung für den Bildungserfolg eines Kindes. Man kann von einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten sprechen. Das sollten beide Seiten im Blick behalten, wenn es um das Bemühen um eine konstruktive Zusammenarbeit geht. Aus der Perspektive von Schulen lassen sich vier Merkmale erkennen, die zum Gelingen von Elternarbeit beitragen:

Eltern sind in der Schule willkommen
Eltern lassen sich eher für Zusammenarbeit gewinnen, wenn sie sich in der Schule willkommen fühlen. Eltern neuer SchülerInnen können durch Willkommensgespräche und –rituale angesprochen werden, vielleicht schon vor Beginn des Schuljahres. Klare, verständliche Informationen darüber, wie bestimmte Prozesse in der Schule ablaufen, wohin man sich mit welchen Fragen wenden kann, helfen bei der Orientierung. Um berufstätigen Eltern entgegen zu kommen, werden Gesprächstermine außerhalb der regulären Sprechzeiten angeboten. Bei mündlichen und schriftlichen Ansprachen werden unterschiedliche Hintergründe und Sprachniveaus berücksichtigt: Das bedeutet nicht, dass alles übersetzt werden muss! Bei vielen verschiedenen Sprachen in der Schule ist das oft gar nicht möglich. Auch wenn Informationen nur auf Deutsch angeboten werden, kann man darauf achten, dass diese möglichst einfach und klar formuliert sind. Auf Familien mit niedrigem Einkommen wird Rücksicht genommen, um auch diesen die Teilhabe an den Aktivitäten der Schule zu ermöglichen

Regelmäßige Kommunikation und Informationsaustausch
Alle wichtigen Informationen wie Kontaktmöglichkeiten, Termine, Rechte und Pflichten der Eltern, Infos zu Bildungswegen, Abschlüssen sowie Fördermöglichkeiten müssen alle Eltern erreichen. Am besten werden diese Infos auf mehreren Wegen kommuniziert, also zum Beispiel in einem Elternbrief, in einem Newsletter und auf der Website. Mit einem Kommunikationskonzept kann schon in der Jahresplanung vereinbart werden, wann welche Personengruppen mit welchen Themen über welche Kanäle angesprochen werden sollen.

Gespräche zwischen Eltern und Lehrkräften finden regelmäßig statt, zum Beispiel bei wiederkehrenden Entwicklungsgesprächen; Positives steht dabei im Mittelpunkt, nicht nur Probleme. So wird die Kommunikation einfacher, wenn es doch einmal Schwierigkeiten gibt. LehrerInnen haben durch ihre pädagogische Ausbildung kommunikative Vorteile gegenüber vielen Eltern, deshalb liegt die Verantwortung für die Gesprächsführung oft bei ihnen. Regelmäßige Fortbildungen in diesem Bereich, z.B. gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in einer SCHILF, erhalten und entwickeln diese Kompetenzen.

Angebot der Schule für Eltern
Eltern werden darüber informiert, in welcher Form sie in der Schule mitwirken können, etwa in den Elternvertretungen, bei Unterrichtshospitationen u.ä. Alle Möglichkeiten der Mitwirkung werden klar und transparent gemacht.

Eltern möchten wissen, wie sie ihr Kind beim Lernen unterstützen können. Die Lehrkräfte erklären Ziele, Maßnahmen und Formen der Lernbegleitung durch die Eltern; die Schule kann entsprechende Fortbildungsangebote für die Erziehungsberechtigten anbieten. Die pädagogischen Konzepte und Ziele der Schule werden offengelegt und erläutert, wie Eltern und LehrerInnen am einem gemeinsamen Strang ziehen können – für den Schulerfolg des Kindes.

Vernetzung mit lokalen und regionalen Akteuren
Eine Schule sollte gut mit lokalen und regionalen Akteuren vernetzt sein, damit sie Eltern auf deren Angebote aufmerksam machen oder bei Bedarf außerschulische Fachleute beiziehen kann. Als Kooperationspartner kommen infrage:

  • Kulturelle und Bildungsangebote in der Gemeinde,
  • Schulische Unterstützungssysteme, soziale Dienste, Beratungsangebote,
  • Vereine und Communities, die den Zugang zu ansonsten schwer erreichbaren Eltern erleichtern können.

LITERATURTIPP
GIVE (2018): Zusammenarbeit mit Eltern. Factsheet.

Verwendete Literatur:
KAPELLA, O. (Hg., 2017): Bildung und Erziehung. Welche Lern- und Entwicklungschancen bieten Familie und Schule in den Bereichen Bildung und Erziehung? Opladen: Budrich UniPress.
LOKHANDE, M./HOEFT, M./WENDT, J. (2014): Eltern als Bildungspartner: Wie Beteiligung an Grundschulen gelingen kann. Berlin: Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR).
SACHER, W. (2014): Elternarbeit als Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Grundlagen und Gestaltungsvorschläge für alle Schularten.
SCHRÖDER, S. (2013): Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit. Ein Kompass für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus. Düsseldorf: Vodafone Stiftung Deutschland.

Bild: © CC0 – Pixabay.com

Bessere Luft im Klassenzimmer

Die Schule hat als Lebens- und Arbeitswelt großen Einfluss auf die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrkräfte und des nicht unterrichtenden Personals. Schulische Gesundheitsförderung möchte den Schulalltag und schulische Abläufe so gestalten, dass sie der Gesundheit aller Beteiligten zuträglich ist. Dazu gehören etwa eine gesundheitsförderliche Unterrichts- und Pausengestaltung, ein positives Schulklima und kleiner oder größere Gesundheitsprojekte. Oft vergessen wird jedoch, dass auch das Schulgebäude und die Schulumwelt an sich Wirkung auf die Gesundheit der Personen, die sich darin aufhalten, haben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO-Regionalbüro Europa) hat sich zum Ziel gesetzt „… jedem Kind Zugang zu gesunden Innenräumen in Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten, Schulen und öffentlichen Freizeiteinrichtungen zu verschaffen …“. Österreich hat bereits im Grundsatzerlass Gesundheitserziehung (PDF) aus dem Jahr 1997 auf die Bedeutung der gesundheitsförderlichen Gestaltung von Schule beispielsweise durch Verbesserungen im Bereich der Belüftung hingewiesen.

Schadstoffen in Schulinnenräumen und deren Auswirkung auf die Gesundheit widmete sich auch das EU-Forschunsprojekt SINPHONIE. Ziel des Projektes war es, Verfahren und Instrumente zu entwickeln, mit denen sich die Innenraumumgebung von Schulen besser charakterisieren und die Gesundheitsrisiken für alle Beteiligten einfacher bewerten lassen. Gleichzeitig wurden Leitlinien und Empfehlungen (PDF) entwickelt, die Schulleitungen und Schulerhalter helfen, das Schadstoffrisiko an ihrer Schule zu minimieren. Ein Überblick über die Ursachen von Luftschadstoffen in einem Schulgebäude macht deutlich, an welchen Punkten bei Optimierungsbemühungen angesetzt werden soll. Praktische Tipps unterstützen Schulen dabei, im Klassenzimmer, im wissenschaftlichen Labor, in der Sporthalle, im Speisesaal, in Umkleideräumen und sanitären Anlagen und im Außenbereich gesundheitlichen Probleme durch Luftschadstoffe vorzubeugen oder diese zumindest zu reduzieren. Ansatzpunkte dafür sind zum Beispiel:

  • im Klassenzimmer Möbel und Bodenbeläge verwenden, die wenig Schadstoffe abgeben;
  • ökologische Reinigungsmittel bevorzugen;
  • Klassenräume regelmäßig lüften;
  • raumlufttechnische Anlagen (Heizung, Lüftung, Klimaanlage) regelmäßig überprüfen und säubern lassen;
  • Schimmelpilzbefall wirksam und sicher entfernen lassen.

Mehr Informationen finden Sie auch unter:

Hygieneplan für Schulen (PDF), Institut für Hygiene Graz im Auftrag des Bildungsministeriums

Initiative Meine Raumluft mit Empfehlungen für eine bessere Raumluft in Schulklassen (PDF) und Infos für Schulleitungen (PDF)

Leitfaden für Innenraumhygiene in Schulgebäuden (PDF), Umweltbundesamt Deutschland

ÖISS (Österreichisches Institut für Schule- und Sportstättenbau): Fachberatung und Richtlinien für Baumaßnahmen

Österreichisches Umweltzeichen für Schulen

Unterrichtsmappe Unser Lebensmittel Luft (PDF), Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark

(Dieser Beitrag ist erstmals im Februar 2015 erschienen und wurde nun überarbeitet und aktualisiert.)

Gesundheitsförderung und Qualitätsentwicklung gehören zusammen

Bildung und Gesundheit sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Eine gute Gesundheit erhöht die Leistungsfähigkeit, den Lernerfolg und damit die Bildungschancen. Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsverhalten hängen in hohem Ausmaß vom Bildungsstand ab. Weiterlesen

Wann ist Werbung an Schulen zulässig?

Sponsoring durch kommerzielle Unternehmen bietet für Schulen die Möglichkeit, zusätzliche Ressourcen zur meist knappen finanziellen Ausstattung zu gewinnen. Grundsätzlich ist Sponsoring durch Unternehmen oder Werbung für schulfremde Zwecke in der Schule erlaubt, Weiterlesen

Chronisch kranke Kinder in der Schule

Fachleute schätzen, dass rund 15% aller Kinder von chronischen Erkrankungen betroffen sind. Auch diese Kindern haben ein Recht auf den Besuch einer Schule. Weiterlesen

Konferenzen und Besprechungen gesund und effizient gestalten

Nur wenige Lehrerinnen und Lehrer mögen sie, denn oft sind sie langweilig, ermüdend und bringen kaum Ergebnisse. Dennoch sind regelmäßige Konferenzen und Besprechungen notwendig für den reibungslosen Ablauf des Schuljahres, für die Weiterentwicklung der Schule und für die Planung neuer Vorhaben. Mit etwas Planung im Vorfeld und einer guten Moderation können Konferenzen und Besprechungen jedoch effizienter werden und zu handfesten Ergebnissen kommen. Weiterlesen

Als Klasse zusammenfinden

Schulbeginn – das bedeutet für viele Kinder und Jugendliche neue Klassen, neue Gesichter. Nach zwei Monaten Ferien ist das (Wieder-)Einfügen in eine Klassengemeinschaft manchmal nicht ganz einfach. Schulklassen sind, das wird oft übersehen, „Zwangsgemeinschaften“. Weiterlesen