Gesundheitsförderung in ganztägigen Schulformen

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In ganztägigen Schulformen verbringen SchülerInnen und LehrerInnen werktags einen Großteil ihrer wachen Zeit. Gesundheitsförderung ist daher für ganztägige Schulen eine besonders wichtige Aufgabe. Dabei können Schulen auf zwei Ebenen ansetzen: Einerseits geht es darum, Schülerinnen und Schülern Gesundheitswissen und praktischen Erfahrungen zu vermitteln. Ganztägige Schulformen bieten mehr Zeit, um z.B. durch Kurse und Workshops, die Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern zu stärken. Andererseits soll die Lebenswelt Schule so gestaltet werden, dass sie eine gesunde Entwicklung unterstützt und gesunde Lern- und Arbeitsbedingungen bietet.

Hintergrundinformationen und Rahmenbedingungen

Welche ganztägigen Schulformen gibt es in Österreich?

Derzeit werden ganztägige Schulformen in verschränkter oder offener Form angeboten. Die verschränkte Form gilt für alle Schülerinnen und Schüler, die an dieser Schule angemeldet sind. Sie wird umgangssprachlich auch Ganztagsschule genannt. Unterrichts-, Lern- und Freizeit wechseln sich im Tagesverlauf ab. Im Gegensatz dazu ist die offene Form, bekannt als schulische Nachmittagsbetreuung, ein Angebot, das an einem oder mehreren Tagen in der Woche in Anspruch genommen werden kann. Offene ganztägige Schulformen haben am Vormittag Unterricht; am Nachmittag bieten sie Betreuung der SchülerInnen an.

Argumente für ganztägige Schulformen

Ganztägige Schulformen, insbesondere die verschränkte Form, können einige Vorteile bringen. Durch gemeinsam verbrachte Zeit wird die Beziehungsbildung unterstützt und die Gruppenzugehörigkeit gefördert.  Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, im geschützten Rahmen mit Freunden und Freundinnen zusammen zu sein. Mit vielfältigen Freizeitangeboten kann auf die Vorlieben der Heranwachsenden eingegangen oder neue Interessen geweckt werden. Lernangebote und Hausaufgabenbetreuung tragen zur individuellen Förderung der SchülerInnen bei. Erfolgreiche ganztägige Schulen können bei ihren SchülerInnen gute schulische Leistungen beobachten. Negative Verhaltensweisen, z.B. Schulabbruch, treten weniger oft auf. SchülerInnen an ganztätigen Schulformen haben eher positive Gefühle und Einstellungen gegenüber der Schule.

Betreuungsteil – eine gute Planung ist wichtig

Die Betreuungszeit in ganztägigen Schulformen besteht aus einem Freizeit- und Lernteil. Alle ganztägigen Schulformen sind verpflichtet, dafür einen Betreuungsplan zu erstellen. Der Betreuungsplan dient als Leitfaden und soll die Qualität von Lern- und Freizeit sichern. Er beschreibt das pädagogische Konzept und enthält einen Plan für den Tagesablauf sowie ein Konzept für die Freizeitangebote. Eine Mindestvoraussetzung ist, dass der Freizeitteil auch Bewegungsangebote enthält.

Der Erfolg des Betreuungsangebots hängt nicht zuletzt von der Schulleitung ab: Sie kann die notwendigen positive Rahmenbedingungen schaffen und sich darum bemühen, v.a. bei offenen ganztägigen Schulformen , die „Nachmittagsbetreuung“ gut in den Schulablauf zu integrieren.

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Informationen und Ansprechpartner in den Bundesländern

Ansatzpunkte für die Praxis – Gesundheitsförderung in den Ganztag integrieren

In der schulischen Freizeit können SchülerInnen sich erholen, sich zurückziehen oder frei spielen. Viele Schülerinnen und Schüler schätzen die Möglichkeit sich ohne Vorgaben zu beschäftigen (= ungelenkte Freizeit). Alternativ können frei wählbare kreative und sportliche Angebote die Schülerinnen und Schüler anregen, ihren Interessen nachzugehen oder etwas Neues auszuprobieren.

Der Freizeitteil kann von Erzieherinnen, Hortpädagogen, Freizeitpädagogen und Lehrerinnen betreut werden. Es bietet sich an, bei der Gestaltung von Freizeitangeboten mit außerschulischen Einrichtungen zusammenzuarbeiten. Die Kooperation mit Sportvereinen und Musikschulen funktioniert in der Praxis meist sehr gut. Weniger häufig wird die Zusammenarbeit mit außerschulischen Jugendeinrichtungen oder Fachorganisationen genutzt. Diese können ihr Fachwissen in Form von Kursen oder Workshops einbringen, z.B. mit Kochworkshops, mit sexualpädagogischen oder suchtpräventiven Angeboten. Auch Themen wie die sichere Nutzung von Handy, Internet und Neuen Medien können für die SchülerInnen interessant sein. Mehr dazu bei saferinternet.at.

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Bewegung und Entspannung

Bewegungs- und Sportangebote tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche das empfohlene tägliche Bewegungspensum von 60 Minuten tatsächlich erreichen, etwa indem eine tägliche Bewegungs- und Sporteinheit (www.tbus.at) realisiert wird. Bewegungsangebote können als unverbindliche Übung angeboten werden und in Kooperation mit Vereinen stattfinden. In der Rahmenvereinbarung des Bildungsressorts, des Sportministeriums und der Bundessportorganisation (PDF) aus dem Jahr 2009 werden Richtlinien für diese Kooperation definiert. Die Auswahl der Angebote kann von neuen trendigen Sportarten bis hin zu unkomplizierten Angeboten reichen, die wenig Anleitung brauchen und für die Sportkleidung nicht nötig ist. Sicherheitstrainings und Projekte zur Risikokompetenz können das Bewegungsangebot ergänzen.  Bewegungs- und Spielangebote sollen möglichst oft an der frischen Luft stattfinden, z.B. im Schulgarten, im Schulhof, in naheliegenden Grünanlagen, Spielplätzen oder in Freizeitanlagen in der näheren Umgebung, z.B. Eislaufplätze, Hallenbäder, Geschicklichkeitsparcours. Dadurch könne Kinder und Jugendliche angeregt werden, diese auch in der Freizeit zu besuchen.

Ältere Schülerinnen und Schüler wollen auch einfach einmal nichts tun, sich erholen und „chillen“. Für sie können Angebote an Stressbewältigungs- und Entspannungsmethoden attraktiv sein.

Neben der Bereitstellung von Bewegungs- und Sportangeboten ist es wichtig, den Schulalltag und die Schulräume bewegungsfreundlich zu gestalten. Die Bewegte Pause, Bewegungs- und Entspannungsimpulse im Unterricht bieten Zeitfenster für körperliche Aktivität im Tagesablauf. Alternative Sitzgelegenheiten, Spielflächen, z.B. für Tempelhüfen, Klettermöglichkeiten im Innen- oder Außenbereich und eine Sammlung an Kleinmaterial, wie z.B. Massagebälle, Springseile, Schaumstoffwürfel, Balanciergeräte, Bälle laden zu Bewegung und Spiel ein.

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Essen und Trinken in der Schule

Verpflegungsangebote in der Schule wie das Schulbuffet und die Mittagsverpflegung unterstützen eine bedarfsgerechte Ernährung der Schülerinnen und Schüler, unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Eine Voraussetzung sind eine ausreichende Anzahl von Essenspausen im Tagesverlauf, idealerweise jeweils eine am Vormittag, zu Mittag und am Nachmittag.

Das Mittagessen ist in ganztägigen Schulformen von besonderer Bedeutung und hat mehrere wichtige Funktionen: Es strukturiert den Tagesablauf, versorgt alle mit Energie und Nährstoffen und bietet Gelegenheit für Gespräche. Schulen, die bereits vor acht Uhr beginnen, sollten die Mittagspause nicht zu spät ansetzen. Ideal wäre, wenn das Mittagessen zwischen 12.00 und 13.00 h stattfindet und ausreichend Zeit, mindestens 60 – 90 Minuten, für die Mittagsfreizeit zur Verfügung steht.

Die Entscheidung für ein bestimmtes Verpflegungsangebot sollte nicht nur aus ökonomischen Gründen getroffen werden. Auch die Frische und Qualität der Speisen, sowie ein abwechslungsreicher Speiseplan sind für eine hohe Akzeptanz wichtig. Snacks und kleine Gerichte sind bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt. Entsprechende Angebote, z.B. Suppentöpfe oder Wraps, können in den Speiseplan aufgenommen werden. Helle und freundliche Räumlichkeiten, kleine Gruppentische und gemeinsam vereinbarte Tischregeln schaffen eine angenehme Atmosphäre und tragen dazu bei, dass das Mittagessen gut angenommen wird. Gleichzeitig bietet das gemeinsame Essen die Gelegenheit einen wertschätzenden Umgang mit Essen zu fördern und Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

Manche Schulen haben gute Erfahrungen damit gemacht, SchülerInnen an der Mittagsverpflegung zu beteiligen, z.B. bei der Zubereitung oder Ausgabe des Mittagessens. Schulen, die eine Schulküche besitzen, können z.B. regelmäßig gemeinsames Kochen anbieten. Die meisten Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, Grundfertigkeiten des Kochens zu erlernen bzw. gemeinsam mit Freunden und Freundinnen einfache Gerichte zuzubereiten.

Schulen mit einem Garten können zusammen mit den Schülerinnen und Schülern Obst und Gemüse selber anpflanzen. So können sie praktische Erfahrung mit Anbau, Pflege und Ernte sammeln. Hilfeiche Unterrichtsmaterialien zur Umweltbildung stellt zum Beispiel die ENU Umweltbildung bereit.

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Leitlinien für Schulbuffets und Mittagsverpflegung

Psychische Gesundheit fördern

Ob beim Mittagessen oder bei gemeinsamen Aktivitäten – ganztägige Schulformen bietet viel Erfahrungsraum für soziales Lernen. Wenn SchülerInnen, LehrerInnen und BetreuerInnen viel Zeit miteinander verbringen, ist ein wertschätzenden Umgang miteinander und der Aufbau positiver Beziehungen besonders wichtig. Damit soziales Lernen nicht dem Zufall überlassen bleibt, braucht es für die Umsetzung einen roten Faden. Anhand einer Checkliste können Schulen überprüfen, in welchen Bereich bereits Aktivitäten und Maßnahmen vorhanden sind und wo es vielleicht Handlungsbedarf gibt. Bei der Umsetzung lohnt sich schrittweises Vorgehen. Anregungen bietet die Publikation „Soziales Lernen in der Schule – Schule als sozialer Erfahrungsraum“ (PDF).

Lebenskompetenz fördern
Lebenskompetenzprogramme fördern die Selbst- und Sozialkompetenzen der SchülerInnen und sträken deren persönliche Ressourcen gegen die Entwicklung von Suchtverhalten. Sie lassen sich gut in den schulischen Ganztag integrieren. Alle regionalen Fachstellen für Suchtprävention bieten die Österreichischen Lebenskompetenzprogramme „eigenständig werden“ und „PLUS“ an. Mehr dazu in den GIVE-Schwerpunktthemen „Lebenskompetenzen fördern“ und „Weniger Stress in der Schule“.

Buddysysteme und Unterstützungsangebote
Ein wichtiger Aspekt sozialen Lernens sind Maßnahmen, die das Kennenlernen und den Gruppenzusammenhalt fördern. Buddy-Systeme, bei denen ältere SchülerInnen Jüngere betreuen und unterstützen, sind mittlerweile gut etabliert. Viele Umsetzungsbeispiele finden Sie in der Broschüre „Peer-Lernen an österreichischen Schulen Schwerpunkt Tirol. Buddy-Projekte an Schulen, Erfahrungsbericht, Forschung, Ausbildung, Vom Sozialen Lernen zum Lernen als sozialer Prozess“ (PDF).

Mit Hilfe von „schulischen Unterstützungssystemen“ können regelmäßige Beratungs- und Gesprächsangebote für die persönlichen Anliegen und Probleme der SchülerInnen geschaffen werden. Je nach Alter der Schülerinnen und Schüler kann es hilfreich sein, getrenntgeschlechtliche Gruppen anzubieten. Das ganze Setting kann mit einem kreativen Angebot kombiniert werden, z.B. gemeinsam Basteln, Malen, Musik hören.

Konfliktbewältigung
Konflikte gehören zum Alltag einer Schule. Sie sind nicht grundsätzlich schädlich, beeinträchtigen jedoch häufig den schulischen Alltag und rauben Energie. Ein positives Lern- und Arbeitsklima und die Förderung eines respektvollen Umgangs miteinander sind eine wesentliche Grundlage für erfolgreiche Lernprozesse. Es lohnt sich also in Maßnahmen zu investieren, bei denen Schülerinnen und Schüler einen konstruktiven Umgang mit Konflikten erlernen und im Alltag anwenden. Beispiele sind Streitschlichterprogramme, Peer Mediationsangebote oder Friedenserziehung. Als Grundlage für die Prävention und Bearbeitung von Konflikten kann ein von der Schulgemeinschaft erstellter Leitfaden dienen. Er sollte Informationen darüber enthalten, wie am Schulstandort mit Konflikten und Aggressionen umgegangen wird und welche Unterstützungssyteme es gibt. Darauf aufbauend kann ein schulbezogenes Gewaltpräventionsprogramm entwickelt werden.

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Beziehungsgestaltung

Eine große Herausforderung ist ein gutes Gesprächsklima zwischen LehrerInnen, Betreuungspersonen und Eltern. Funktionierende Beziehungen sind (nicht nur) in ganztägigen Schulformen besonders wichtig. Speziell in Ganztagsschulen empfinden Eltern häufig ein Informationsdefizit, da ihre Kinder alle schulischen Aufgaben in der Schule erledigen und zu Hause wenig Schulisches zu tun bleibt. Elternabende, gemeinsame Feiern und regelmäßige Veranstaltungen für Eltern erleichtern den Informationsaustausch zwischen Schule und Erziehungsberechtigten. Beteiligungsmöglichkeiten z.B. bei der Planung von Freizeitangeboten können gute Beziehungen fördern.

Wichtig für eine professionelle pädagogische Betreuung der SchülerInnen ist eine gute Zusammenarbeit zwischen LehrerInnen und BetreuerInnen. Regelmäßige Treffen z.B. bei einem Jour Fixe, fördern den Informationsfluss und bieten Gelegenheit Probleme und Bedürfnisse zeitnah anzusprechen. Dazu gehört auch, dass das Betreuerteam an den Konferenzen der Schule teilnimmt.

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Schulraumgestaltung

An einer Ganztagsschule verbringen sowohl SchülerInnen als auch Lehrkräfte täglich viel Zeit. Der Schultag ist anders strukturiert und die herkömmliche Zeiteinteilung aufgehoben. Daher braucht es neben Platz für den Unterricht auch Raum für andere Aktivitäten:

  • Gemeinschaftsbereiche (z.B. die Mensa oder Cafeteria),
  • Ruhe- und Rückzugsbereiche mit Regeln für die Nutzung (z.B. Ruheraum, Leseecken, einen Bibliothek),
  • Bewegungsmöglichkeiten (drinnen und draußen),
  • Schulhof und Schulgarten (z.B. für die Pflege eines Blumen- oder Nutzgartens)
  • Arbeitsbereiche für Lehrkräfte,
  • Räume für Besprechungen und Beratungen,
  • Team- und Personalräume,
  • Räume für besondere Anforderungen (z.B. medizinische oder therapeutische Versorgung),
  • Bereiche für kreative Tätigkeiten.

Es bietet sich an, Räume oder Bereiche so zu gestalten, dass sie für mehrere Tätigkeiten benutzt werden können. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass freie Räumlichkeiten wie Bibliothek, Zeichensäle, Werkräume, Außen- und Sportanlagen insbesondere in offenen ganztägigen Schulen für Aktivitäten zugänglich sind.

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Unterrichtsgestaltung und Rhythmisierung

Ganztägige Schulformen bieten Spielraum, den Tagesrhythmus an die Bedürfnisse der SchülerInnen und LehrerInnen anzupassen. Die klassischen 50-Minuteneinheiten können zu Gunsten von Unterrichtsblöcken aufgelassen werden. Längere Pausen geben SchülerInnen ausreichend Zeit fürs Essen, Spielen, Entspannen und Bewegen. Zwanzig bis dreißig Minuten sind für die große Pause am Vormittag ideal. Mittags sollten mindestens 60, besser noch 90 Minuten eingehalten werden. An den Tagesrandzeiten kann ein Angebot zur Früh- und Spätbetreuung berufstätige Eltern entlasten. Manche Schule haben gute Erfahrungen mit einem sogenannten „offenen Beginn“ gemacht. Schülerinnen haben vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn in der Klasse noch die Möglichkeit zu lesen, sich zu unterhalten oder etwas zu spielen. Diese Zeit kann auch für ein gemeinsames Frühstück genutzt werden. (vgl. Schulautonomiepaket)

Gesundheitsförderliche Unterrichtsgestaltung ist qualitätsvolle Unterrichtsgestaltung. Sie fördert eigenverantwortliches Lernen, ist praxisorientiert und berücksichtigt die Lernerfahrungen und das Vorwissen der SchülerInnen. Lernberatung, Unterstützung bei der Optimierung des eigenen Lernverhalten und die Vermittlung effektiver Lernstrategien können für viele Schülerinnen und Schüler hilfreich sein. Eine positive Fehlerkultur ist wichtig. Dazu gehört auch, transparent zu machen, welche Leistungen von den SchülerInnen erwartet und wie diese beurteilt werden. Mehr zur Unterrichtsentwicklung finden Sie bei den beiden Schulqualitätssystemen SQA und QIBB.

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Zusammenarbeit mit Partnern

Ganztägige Schulformen sind die idealen Orte, um die Kooperation verschiedener Berufsgruppen zu fördern. Die unterschiedlichen Sicht- und Zugangsweisen einzelner Professionen können von Vorteil sein. Bei der Planung und Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ist darauf zu achten, dass diese pädagogisch geschulte und qualifizierte MitarbeiterInnen zur Verfügung stellen. Um nachhaltige Effekte zu erzielen, macht es Sinn, Angebote zu wählen, die über einen längeren Zeitraum andauern und an die Bedürfnisse und Entwicklungslagen der Kinder und Jugendlichen angepasst sind. Personen mit Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit können sich durch den Hochschul-Lehrgang für Freizeitpädagogik für die Arbeit in der schulischen Tagesbetreuung qualifizieren.

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Mitsprache und Mitgestaltung (Partizipation)

Beteiligungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal ganztägiger Schulformen. Zu den etablierten Beteiligungsformen, die im Schulunterrichtsgesetzt festgeschrieben sind, zählen z.B. die Wahl von Klassen- und Schulsprechern. Der Schulalltag bietet aber noch andere Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler aktiv mitgestalten zu lassen, z.B. bei der Erstellung von Klassen- und Schulregeln, bei der Pausengestaltung, beim Gestalten von Lernprozessen oder bei der Auswahl von Freizeitangeboten. Regelmäßiges Einholen von Feedback dient der Schule als Orientierung. Es spiegelt die Stimmung an der Schule wieder und zeigt gleichzeitig, wo Veränderungen notwendig sein können.

Lesetipps

Quellen:

HÖRL, Gabriele / DÄMON, Konrad / POPP, Ulrike / BACHER, Johann / LACHMAYR, Norbert (2012): Ganztägige Schulformen – Nationale und internationale Erfahrungen, Lehren für die Zukunft. In: HERZOG-PUNZENBERGER, Barbara (Hrsg. 2012):Nationaler Bildungsbericht Österreich 2012. Band 2. URL: https://www.bifie.at/wp-content/uploads/2017/05/NBB2012_Band2_gesamt_20121217.pdf (14.12.2017)

SCHATZL, Andreas (2011): Empfehlungen für gelungene schulische Tagesbetreuung. BMBF (Hrsg.) URL: http://pubshop.bmbf.gv.at/download.aspx?id=49 (14.12.2017)

BMB (Bundesministerium für Bildung, Hrsg. 2016): Betreuungspläne für ganztägige Schulformen. Leitfaden.
URL: https://www.bmb.gv.at/schulen/gts/betreuungsplan/betreuungsplaene_lf.pdf?61edw1 (14.12.2017)

ENDERLEIN, Oggi / SCHATTAT, Nicole / WELSCH, Marion (2008): Die Schule gesund machen! Eine Einladung zum Umdenken. Berlin: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). URL: http://www.ganztaegig-lernen.de/themenheft-gesunde-schule(19.12.2017)

BESTVATER, Cordula / PAULUS, Peter / WITTERIEDE, Heinz (2012): Auf zur guten gesunden Ganztagsschule. Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH (Hrsg.). URL: https://www.dkjs.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/programme/140516_programm_gt_dokumentation_07.pdf (10.1.2018)