Essen und Trinken in der Schule

In ihrer Funktion als Bildungseinrichtung spielt die Schule eine wichtige Rolle in der Ernährungs- und Verbraucherbildung. Ernährung ist ein spannendes Thema und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zum Alltag, den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Dabei kann es um Fragen zum Konsumverhalten gehen, aber genauso um Aspekte und Mechanismen von Lebensmittelwerbung, die kritische Auseinandersetzung mit Diäten und angesagten Ernährungsformen, Fragen rund um die Lebensmittelproduktion, der Zusammenhang von Ernährung und nachhaltigem Lebensstil oder die Bedeutung von Traditionen und Gewohnheiten. Gemeinsames Kochen, Lehrausgänge, Sinnesübungen oder Arbeiten im Schulgarten erweitern die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus spielen Schulen durch das jeweilige Verpflegungsangebot eine wichtige Rolle bei der bedarfsgerechten Ernährung von Kindern und Jugendlichen.

Bedarfsgerechte Ernährung für Kinder und Jugendliche

Eine bedarfsgerechte Ernährung ist für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, besonders wichtig. Sie liefert ausreichend Energie und notwendige Nährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) für eine gesunde Entwicklung. Für die Lebensmittelauswahl bedeutet dies, dass mehr als die Hälfte der Energieaufnahme von kohlenhydratreichen Lebensmittel statt. Dazu zählen Brot, Nudeln, Erdäpfel, Reis und andere Getreidesorten, Obst und Gemüse. Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Eier und Milchprodukte sollten weniger häufig verzehrt werden und sehr fettreiche Lebensmittel und Süßigkeiten nur sparsam. Orientierung bei der Lebensmittelauswahl bieten die Ernährungsempfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung, die Österreichische Ernährungspyramide und die Österreichische Ernährungspyramide für Kinder.

Linktipps zu allgemeinen Ernährungsempfehlungen

Moderne Ernährungsbildung ist praxisorientiert und vielfältig

Ernährungserziehung darf sich nicht darauf beschränken, dass theoretisches Wissen vermittelt und abgefragt wird. Moderne und ressourcenorientierte Ernährungsbildung unterstützt Schülerinnen und Schüler bei Entwicklung ihrer Lebensführung. Sie stellt Alltagsbezüge her und greift aktuelle Anlässe auf. Schulen sind aufgefordert Ernährungsthemen im Unterricht zu thematisieren (vgl. Lehrpläne, Grundsatzerlass Gesundheitserziehung, Unterrichtsprinzip Wirtschafts- und Verbraucherbildung).

Moderne und ressourcenorientierte Ernährungsbildung …

  • stellt Alltagsbezüge her,
  • nimmt auf individuellen Vorlieben und Abneigungen Rücksicht,
  • setzt weniger punktuelle Maßnahmen und Aktionismus, sondern bietet Kontinuität,
  • berücksichtigt die vielfältigen Aspekte von Essen und Trinken, z.B. Ernährung und Nachhaltigkeit, Ernährungsstile, Essgewohnheiten, Lebensmittelwerbung, Konsumverhalten
  • orientiert sich an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler und bietet Schülerinnen und Schülern Orientierungshilfe und Handlungsalternativen bei den alltäglichen Essentscheidungen.

Einen detaillierten Überblick über die Inhalte und Lernziele moderner Ernährungsbildung bietet das europäische Kerncurriculum für Ernährungs- und Verbraucherbildung (PDF).Für den Fachunterricht an mittleren Schulen in Österreich bietet der Referenzrahmen für die Ernährungs- und Verbraucherbildung an mittleren Schulen in Österreich (PDF) Orientierung bei der Themenauswahl.

Anregungen für die schulische Praxis

Ernährung ist ein sehr vielfältiges Thema, dass unter verschiedensten Gesichtspunkten in der Schule thematisiert werden kann, z.B. dem Zusammenhang mit Ökologie und Nachhaltigkeit, Konsum, Lebensmittelwerbung, Essgewohnheiten oder Kochen. Wichtig ist dabei, dass die Inhalte möglichst objektiv und (wissenschaftlich) fundiert dargestellt werden, jenseits von Vorurteilen, Ernährungsmythen und Ideologien. Ungünstige Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen sollten dabei mit der nötigen Gelassenheit betrachtet werden. Je praxisorientierter die Angebote sind, umso eher können die Schülerinnen und Schüler einen Bezug zum Alltag herstellen. Gemeinsames Kochen, Sinnesübungen, kleine wissenschaftliche Experimente oder Exkursionen können dabei hilfreich sein.

Inhaltliche Ansatzpunkte sind z.B.

  • traditionelle Rollenbilder im Zusammenhang mit Haushaltsführung und Kochen diskutieren,
  • sensorische Übungen anbieten, z.B. Blindverkostungen, neue Lebensmittel kennenlernen,
  • Geschmacksunterschiede identifizieren,
  • gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das eigene Konsumverhalten hinterfragen (z.B. wovon hängt meine Entscheidung ab, ein bestimmtes Lebensmittel zu kaufen),
  • Essen und Trinken als Ausdruck des Lebensstils und der eigenen Identität thematisieren,
  • gemeinsames Kochen, um praktische Erfahrungen zu sammeln,
  • das Schulbuffet unter die Lupe nehmen und praktikable Verbesserungsvorschläge sammeln,
  • Fakten rund um die Lebensmittelkennzeichnung in Österreich recherchieren,
  • Auseinandersetzung mit dem Thema biologische Landwirtschaft.

Literatur- und Linktipps

Verpflegungsangebote in der Schule optimieren

Das Schulbuffet und die Mittagsverpflegung in Schulen sind wichtige Aufgaben einer Schule, wenn es um die Ernährung von Kindern und Jugendlichen geht. Eine optimierte Verpflegung in Schulen bietet die Chance, einen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung aller Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer zu leisten, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status.

Materialien zum Thema Schulbuffet und Mittagsverpflegung
Unterstützungsangebote zum Thema Schulbuffet und Mittagsverpflegung

Fort- und Weiterbildungsangebote

Neben den aktuellen Fortbildungsangeboten Angeboten der Pädagogischen Hochschulen bieten folgenden Einrichtungen regelmäßig Tagungen, Seminare und Workshops an:

GIVE-Materialien

Weitere Links