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Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu

Kinder und Jugendliche bewegen sich immer weniger, zu diesem Fazit kommt die deutsche Langzeitstudie Motorik-Modul (MoMo). Obwohl heute mehr Kinder in Sportverein aktiv sind, nimmt der Bewegungsmangel im Alltag zu. Die körperliche Alltagsaktivität in der Altersgruppe der vier bis 17-Jährigen sei in den vergangenen zwölf Jahren um 31 Minuten pro Woche zurückgegangen, so Alexander Woll vom Karlsruher Institut für Technologie, einer der Betreuer der Studie.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass etwa 80 Prozent der Heranwachsenden nicht die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von einer Stunde Bewegung pro Tag erreichen. Die Auswertungen zeigen auch, dass körperlich aktive Kinder weniger gesundheitliche Risikofaktoren entwickeln. Der Bewegungsmangel in der Kindheit kann nachhaltige Folgen haben: Die Langzeitanalysen über zwölf Jahre zeigen, dass aus übergewichtigen Kindern mit hoher Wahrscheinlichkeit übergewichtige Erwachsene werden.

Das Motorik-Modul (MoMo) ist ein Teilmodul der bundesweiten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) und erfasst seit 2003 in regelmäßigen Abständen die motorische Leistungsfähigkeit und körperlich-sportliche Aktivität von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland.

Für österreichische Kinder und Jugendliche zeigen die Daten der HBSC-Studie ähnlich Ergebnisse: Auch hierzulande erreichen nur knapp 18% der Heranwachsenden die Bewegungsempfehlungen der WHO. Knapp 5 Stunden pro Woche sind die österreichischen Schülerinnen und Schüler körperlich aktiv; mehr als 5 Stunden täglich dagegen nehmen sitzende Freizeitbeschäftigungen ein, hauptsächlich Fernsehen, Spielen an Computer, Smartphone oder allgemeine Computernutzung.